Es kommt nicht aller Tage vor, dass Gino Vannelli sich für ein Konzert auf den europäischen Kontinent verirrt. Daher konnte man es als eine echte Sensation ansehen, als das Frankfurter Musikmesse Festival den italokanadischen Sänger als einen seiner diesjährigen Hauptacts bekanntgab.

Nachdem er in den 1970ern und 1980ern mehrere Hits in seinem Heimatland und den USA hatte verbuchen können, widmete sich der immer dem Jazz zugewandte, aber in zahlreichen Stilrichtungen beheimatete Vannelli in den 2000er Jahren mit “Canto“ schließlich auch der klassischen Musik.

In der jüngeren Vergangenheit hat sich der inzwischen 65-Jährige allerdings wieder auf seinen Wurzeln besonnen und für das Album “Live In LA“ eine großartige Begleitband um sich geschart. Mit diesem Septett trat Gino Vannelli dann auch in der Festival Arena auf dem Frankfurter Messegelände auf.

Während des anderthalbstündigen Konzerts sah das Publikum einen bestens aufgelegten Frontmann zu hören und zu sehen. Der Mann mit der markanten Mähne war nicht nur stimmlich in Topform, sondern erzählte auch immer wieder humoristische Anekdoten aus seinem Leben.

Ähnliches galt für die ebenso spielfreudige Band, die brillante Versionen zahlreicher Vannelli-Klassiker wie “Nightwalker“, “Black Cars“, “Brother To Brother“, “Wild Horses“ und “People Gotta Move“ darbot. Als der Kanadier und seine Truppe nach der letzten Zugabe die Bühne verließen, verfielen die Zuschauer in minutenlange Jubelstürme, um ihn zu einem weiteren Stück zu bewegen.

Fotos & Text © by Torsten Reitz

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