Mit Seemanns-Musik die Charts stürmen und große Hallen füllen? Mal ehrlich, vor zehn Jahren hätte sich das kaum einer vorstellen können, dass das Konzept einmal so beliebt ist wie heute.

Nachdem Santiano bereits erfolgreich 2015 auf Open Air- und mit dem Album „Von Liebe, Tod und Freiheit“ auf gleichnamiger Hallentour waren, sind sie derzeit mit etwas anderen Klängen unterwegs. Gestern Abend traten sie in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen auf.

Bereits bevor das erste Lied angestimmt wurde, stand das Publikum auf, um Santiano zu begrüßen. Diese kamen nicht, wie man es normalerweise kennt, einfach so aus dem Backstage auf die Bühne. Santiano ließen sich feiern, in dem sie einfach durchs Publikum in Richtung Bühne marschierten.

Die Ruhe vor dem Sturm trifft den Titel der aktuellen Akustik Tour allerdings nicht ganz auf den Punkt. Wer Santiano kennt, weiß, dass es bei den energiegeladenen Songs kaum einen auf den Sitzen hält. Die dennoch (verhältnismäßig) ruhigen Klänge, der sonst so energiegeladenen Echo-Preisträger kamen auch in Ludwigshafen bestens an. Selten sieht man bei Konzerten ein so gemischtes Publikum, das sich über drei und teilweise sogar vier Generationen erstreckt. Selbst die Kleinsten sind textsicher und haben Spaß an den Liedern die von der großen Freiheit, Weltoffenheit und Heimat handeln.

Dem Kenner bleibt auch der ein oder andere abgeänderte Coversong nicht verborgen. So hört man unter anderem auch den Klassiker „To France“ von Mike Oldfield, der in den achtziger Jahren damit Ruhm erlangte. Aber auch den Hit „Whiskey in the jar“ der nicht etwa durch Metallica berühmt wurde, gab es interpretiert durch Santiano, zu hören. Vielmehr handelt es sich hier um ein Irisches Volkslied aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, was neben Metallica auch schon von Smokey, Thin Lizzy und Roger Whittaker interpretiert wurde. Der Originalinterpret ist allerdings unbekannt. Zu ihrem Song „Weit über’s Meer“ holten sich Santiano weibliche Unterstützung auf die Bühne.

Aber von wirklich „ruhigeren“ Klängen kann man bei Santiano einfach nicht reden. Sie schaffen es selbst bei ihrer Akustik-Tour jeden mitzureißen. Bei jedem schnelleren Song sprang das Publikum auf, feierte, sang, klatschte und tanzte mit. Selbst die ältesten Gäste hielt es nicht mehr auf den Sitzen.

Im Sommer geht es erneut auf große Open Air Tour und bereits im Frühjahr 2018 stehen die Seemänner wieder in den deutschen Konzerthallen auf der Bühne.

Fotos & Text © by Ani Wenskus / CGRN