Das Genre Drama gilt als ein hartes Stück Arbeit. Bei ‘Shades of Blue‘ standen Sie nun für eine komplette Staffel einer Drama-Serie vor der Kamera, was es noch anspruchsvoller macht. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Jennifer Lopez: „Meiner Meinung nach laufen derzeit die besten Stücke im Fernsehen. Die Charaktere sind besser. Die Geschichten sind ausgefeilter und bieten mehr Möglichkeiten, in die Tiefe zu gehen. ‘Shades of Blue‘ war für mich eine wirklich spannende Gelegenheit etwas zu tun, das ich schon seit langer Zeit nicht mehr gemacht habe – und auf eine andere Art und Weise machen konnte. Von dem Zeitpunkt an, als ich das erste Mal mit meinem Produktionspartner Elaine Goldsmith-Thomas über das Serien-Drehbuch sprach, wusste ich, dass es Bestand haben würde und eine gute Grundlage besaß, um immer weiter zu wachsen und sich entwickeln zu können.“

Aber haben Sie gleichzeitig auch bedacht, nicht etwas zu machen, das sich zu weit von dem entfernt, was Sie in Kinofilmen schon einmal gemacht haben?

Jennifer Lopez: „Nein, nein. Darüber denke ich nie nach, wenn ich mich für ein Projekt entscheide. Ich mache einfach das, was ich spannend finde. Was auch immer es ist. Wenn ich zum ersten Mal davon höre, muss ich denken ‘Das klingt wirklich gut‘. Mein Bauchgefühl entscheidet das.“

Was bringt Ihre Rolle als Executive Producerin tagtäglich am Set mit sich
Jennifer Lopez: „Ich bekomme den Freiraum, den ich brauche. Aber man ist wirklich in jede Entscheidung eingebunden, die getroffen wird. Angefangen dabei, wie das Set aussieht bis hin zur Kleidung oder welche Gefühle die Szene herüberbringen soll. Ich bin in den Entwicklungsprozess miteingebunden, das Lesen der Skripts, die Rollenbesetzung, das Einbringen der gesamten Crew, alles. Es macht wirklich viel Spaß, etwas zu kreieren, dass man von Grund an aufbaut und es ist toll, zu einem solch frühen Zeitpunkt miteingebunden zu werden. Wenn ich am Set arbeite, habe ich ein ganz schön taffes Arbeitspensum. Und wie man im Laufe der Staffel sieht, macht mein Charakter Harlee ganz schön was mit. Also war das Ganze wirklich anspruchsvoll für mich.

Bringt die Tatsache, dass Sie als Executive Producerin fungierten eine interessante Dynamik zwischen Ihnen und Ray Liotta (spielt Lieutenant Matt Wozniak) zustande? Vor der Kamera gibt er Ihrer Figur die Befehle, hinter der Kamera sind Sie sein Boss…
Jennifer Lopez:
„Er ist der Boss. Lassen Sie uns das einfach so festhalten. Ich gebe nach. Er ist der Boss vor und hinter der Kamera. Ich versuche nicht wirklich das herauszufordern auf irgendeine Art und Weise. Wir haben eine tolle Zeit zusammen gehabt. Wir haben gerne zusammengearbeitet. Ich halte mich selbst nicht für den Boss am Set. Ich sehe mich als Harlee, wenn ich am Set bin. Und in Bezug auf die anderen Charaktere sind wir eine Familie. Wir sind eine Familie und Ray ist unsere Vaterfigur. Er ist unser Anführer. Das ist die Dynamik, die am Set existiert. Ich halte mich selbst nicht für den Boss, ich halte mich für ein sehr wichtiges Teil in diesem Puzzle.“

Ihre Rolle ist körperlich sehr anstrengend. Haben Sie ein anderes Workout gemacht oder eine andere Ernährung vorgezogen, um sich auf die Rolle vorzubereiten?
Jennifer Lopez: „Nicht wirklich. Ehrlich gesagt, habe ich nicht so viel trainiert. Ich hatte immer das Gefühl, dass mein Seriencharakter etwas anders ist als die Person, die ich im wahren Leben bin. Dort muss ich immer fit bleiben und mich um mein Aussehen kümmern. Harlee ist nicht so. Es war daher ein wenig anders. Und ich selbst trage mehr Make-Up, wenn ich ins Bett gehe. Okay? Die Leute sagen „Oh, sie hat Eyeliner drauf“. Aber wissen Sie was? Die Mädchen in New York tragen eben Eyeliner. Tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen. Aber so ist es nun mal. Aber bei der Rolle hatte ich einfach nicht das Gefühl, dass ich total durchtrainiert sein muss. Harlee ist körperlich fit, sie trainiert, aber sie ist kein Sportfanatiker. Das macht das Ganze auch etwas realer, etwas näher am Leben dran. Die Leute gehen zwar ins Fitnessstudio, aber sie müssen es nicht so machen wie ich.“

Quelle: NBC UNIVERSAL PRESS TOUR 2016 / Foto: RTL / NBCUniversal