Heute präsentieren wir euch unser allererstes Interview, mit dem „Künstler und ihre Tätowierungen“ angefangen hat. Im Rahmen dieses Projekts sprechen wir mit Musikern, Designern, Tätowierern, Fotografen und anderen Künstlern über Tätowierungen. Ihre Tattoos und die Geschichten dazu versprechen sehr viel Interessantes und sicher einige Überraschungen. Der Erste, der zugesagt hatte, unsere Fragen zu beantworten, war Alex Blaschke (Bass) von UNZUCHT.

Wann hast du deines ersten Tattoo gemacht und was war das? Wie lange hast du es Dir überlegt?

Mein erstes Tattoo haben ich in einem Alter machen lassen, als ich keine Erlaubnis mehr von meinen Eltern brauchte. Rebellion uns so. 😉

Ich wusste immer, dass ich ein Tattoo haben wollte, also hatte ich genug Zeit drüber nachzudenken, was es werden sollte.

Wie viel Tattoos hast du? Könntest du Geschichte von denen Erzählen? Was Sie Dir bedeuten?

Schwer zu sagen, da sie alle größtenteils ineinander übergehen. Jedes hat seine Geschichte und Bedeutung. Ich kann verstehen, wenn sich Leute aus ästhetischen Gründen tätowieren lassen, aber das wäre nichts für mich. Alles hat einen Sinn, aber der bleibt mein persönlicher.

Hast du schon alle Tattoos gemacht die du wolltest oder kommt noch was dazu?

Ich glaube es hört nie auf. Wer kann schon sagen „nur das eine“? Es lautet wahrscheinlich immer wieder „ach, nur noch dieses Eine, das war’s dann“ und schon sind vier draus geworden.

Es kommt sicher noch was dazu. Dafür habe ich noch genug Platz und genug an was ich erinnert werden möchte.

Hast du alle Tattoos bei einem Tätowierer gemacht? Wie hast du Tätowierer ausgewählt? Wer hat Skizze für dich gemacht?

Es waren zwei Tätowierer und zwei Tätowiererinnen. Der erste wurde mir von einer Freundin empfohlen. Die Anderen habe ich so zwischendurch kennengelernt und gehörten dann einfach zu meinem Bekanntenkreis. Mir haben von allen die Arbeiten gefallen und jeder hat seinen eigenen Stil, das mochte ich auf meiner Haut haben.

Die Skizzen habe ich zum Großteil entworfen, meine Tätowierer haben sie dann verfeinert und „stechbar“ gemacht.

Tattoos zu Machen tut weh, wie kommst du mit schmerzen während tätowieren klar?

Bis auf Brust war alles ein Kinderspiel. Bei der Wade bin ich sogar eingeschlafen. Aber Brust… oh leckt mich am Arsch. Da habe ich geheult wie ein Schlosshund. So ist jeder anders in der Schmerzempfindlichkeit.

Hast du je in deine Leben bereut dass du eine oder andere Tattoo gemacht hast?

Nein.

Was in Tattoos und welche Typen von Tattoos sind für Dich Tabu. Du wirst das nie im Leben machen und du magst es nicht an andere Leute zu sehen.

Was andere Leute machen, geht mich nichts an. Jeder kann tun was er will. Jeder findet andere Dinge schön.

Was mir nicht unter die Haut geht sind Sterne, Blumen und chinesische Schriftzeichen.

Man sagte das sich tätowieren lassen macht süchtig, wenn man mal angefangen hat, kann nicht mehr aufhören, stimmt das?

Wie eben schon erwähnt, ich glaube nicht, dass man endgültig damit aufhören kann und sagen kann das war’s. Irgendwann kommt die Lust wieder auf.

In Moment ist Tattoo mehr als Mode geworden. Viele Leute denken nicht darüber nach das sie werden es das ganze Leben tragen müssen, sie wollen einfach cool sein und was auf die Haut haben. Solche Leute kommen oft zum Tätowierer mit Aussage – zeigen sie mir was sie haben. Das macht aus Tätowierer als Künstler einfach Press man. Was denkst darüber?

Wenn Leute es schön finden, sich sinnlos was stechen zu lassen, einfach nur um tätowiert zu sein, dann los. Ich halte davon nichts.

Meine Tätowierer waren immer ehrlich. Wenn da jemand reinkam und was wollte, was aber überhaupt nicht dem Laden entsprach wurde er zur Konkurrenz geschickt. Hauptsache sich nicht mit sowas schmücken. Man muss nicht alles machen, auch nicht als Tätowierer.

Ich möchte gern auch Soziale Aspekt von Tattoos ansprechen. Früher war oft gesagt das Tattoos asozial sind, und wenn du Tattoos hast du kannst nicht erfolgreich sein oder „gute“ Job finden. Hat in letzte Jahren Bewusstsein und Wahrnehmung von Leute sich geändert oder diese Vorurteile leben noch weiter?

Es hat sich definitiv geändert. Was du schon sagtest: Heute ist gefühlt jeder tätowiert. Ob es jetzt der Name der Tochter auf dem Unterarm ist oder der Drache von Kopf bis Fuß. Die wenigsten interessiert es noch, ob du tätowiert bist oder nicht. Klar gibt es bestimmte Branchen in denen das noch nicht ganz einfach ist, aber das weiß auch jeder.

Wenn ich Bankkaufmann werden möchte, lasse ich mir in der Schule nicht den Strichcode in den Nacken tätowieren.

Mit Tattoos ist es wie mit Sex. Nicht alle haben welchen, aber insgeheim wollen alle welchen!

Welchem Rat könntest du unsere Leser geben, die ihre erste Tattoo planen? Was sollen sie beachten? Was sollen sie bei wählen von Tätowierer in Betracht nehmen? Was ist deine Meinung nach besser Farbe oder nur Schwarz? Einfach welches Rat aus eigene Erfahrung?

Es gibt keinen Rat. Wenn man ein Tattoo haben möchte, dann weiß man grob schon in welche Richtung es gehen soll. Sucht euch einen Tätowierer der eurem Stil entspricht, wenn ihr Farbe geil findet, dann werdet bunt, wenn ihr 3427 Ameisen auf dem Oberschenkel haben möchtet, werdet König der Insekten. Es ist alles egal, Hauptsache man fühlt sich wohl damit.

Project by Daria Tessa and Daniela Vorndran, Interview by Daria Tessa

Pictures by Daria Tessa