Jetzt geht es um alles – Dienstag folgt die Entscheidung

Nach einer souveränen Leistung vor ausverkaufter Halle, holten sich die Adler Mannheim vergangenen Freitag den Sieg und bauten die Serienführung aus. Deshalb galt es den Sieg in Berlin zu holen, um die Serie erfolgreich abzuschließen.

Das gelang im ersten Drittel allerdings so ganz und gar nicht, da Sinan Akdag im Zweikampf mit Petersen versuchte die Torchance zu verhindern und stattdessen Berlin ein Penalty zugesprochen wurde. Petersen bewährte sich gegen Drew MacIntyre, tunnelte ihn und baute die Führung aus (3.). Dabei blieb es jedoch noch lange nicht, denn Noebels nutzte das Powerplay und fand eine Lücke unter MacIntyre’s Schlittschuh (7.). Nachdem die Adler Mannheim ausschließlich mit Zeitstrafen auf sich aufmerksam machten, kam Petersen zum Zug, der in der 10. Spielminute in doppelter Überzahl zum 3:0 ausbaute. Der Frust auf Seiten der Kurpfälzer war spürbar und begünstigte die Abwesenheit von der Strafbank nicht. Wichtig war es, den Einstieg in das Spiel wieder zu finden, was den Blau-Weiß-Roten wieder gelang, doch zu keinem Gegentreffer führte. Nach dem Schlusspfiff holte Petersen noch einmal zu Schlagschuss aus, was Thomas Larkin ziemlich bitter aufstieß und ihn direkt angriff. Für ein Interview standen die Adler Mannheim nach dem ersten Drittel nicht zur Verfügung, da Sean Simpson jede Minute in der Kabine brauchte, um die Mannschaft wieder zu fokussieren – Zwischenstand 3:0.

Die Ansage von Coach Sean Simpson trug spürbar Früchte. Zu Beginn des Mitteldrittels ging Carlo Colaiacovo mit dem Teamarzt im Gang auf und ab, spielte dann aber wieder. Ryan MacMurchy musste einen sehr harten Bandencheck von Jamie MacQueen einstecken und konnte bis zum Ende nicht mehr spielen. Die Erlösung auf Seiten der Manneimer Adler kam in der 29. Spielminute, als Chad Kolarik mit der Rückhand die Scheibe hinter die Linie verfrachtete. Nicht lange dauerte es, bis Matthias Plachta nachlegte, indem er die Scheibe abfälschte und die Berliner Abwehr überlistete. Auch in Unterzahl dominierten die Blau-Weiß-Roten, Matthias Plachta erhielt im Alleingang die Chance in Unterzahl, kam an Vehanen jedoch nicht vorbei. Endlich kamen sie zurück – Zwischenstand 3:2.
Marcus Kink meinte in der Drittelpause, es gelte nun das eigene Spiel zu machen, davon wegzukommen Energie zu verschwenden und das Spiel im letzten Drittel zu drehen. Im zweiten Drittel sei es der Mannschaft gelungen wieder in die Partie zu finden und zurückzukommen.

Wie stark die Mannheimer Adler wirklich sind, bewiesen Diese im Schlussdrittel vor den 14.000 Zuschauern. Ein Tor lag die ganze Zeit über bereits in der Luft und mit der Souveränität der Gäste, war auch sicher von wem das Tor kommen wird. Matthias Plachta bekam die Scheibe von Garrett Festerling, der eine herausragende Vorarbeit leistete und in der 53. Spielminute zum Ausgleich führte. Auch wenn es noch zahlreiche Torchancen auf Seiten beider Teams gab, blieb das Netz bis zum Schlusspfiff leer und es ging in die Overtime – Zwischenstand 3:3.

Die erste Overtime bestritten beide Mannschaften extrem laufstark. Auch wenn die Gastgeber frischer wirkten, blieben die Torchancen der Mannheimer nicht aus. Drew MacIntyre hielt seine geschwächten Mannschaftskollegen im Spiel, indem er wie eine Mauer vor seinem Kasten stand – Zwischenstand 3:3.

In der zweiten Overtime machten die Berliner um ein Haar das entscheidende Tor 2 Minuten vor Schluss. Doch der Videobeweis zeigte eindeutig den Schuss an den Pfosten und den Save von Drew MacIntyre – Zwischenstand 3:3.

Die letzte Overtime ging genau 28 Sekunden und konnte von Noebels beendet werden.
Die Mannheimer ließen nach so einem langen Kampf sichtlich die Köpfe hängen.

Für Mannheims Stürmer Matthias Plachta zählte die Comeback-Qualität der Mannschaft. Sie hätten nach so langer Overtime wirklich unglücklich verloren. Die Kleinigkeiten seien entscheidend gewesen. Wichtig sei jetzt vorbereitend auf das Spiel am Dienstag, viel zu trinken, gut zu essen und dann konzentriert an die Sache heranzugehen, denn für Mannheim sei noch nichts verloren und für Berlin noch lange nichts gewonnen.

Text J. Bamberger / Bild D. Glaser // CGRN