Nach einer herben Niederlage in Berlin vergangenen Mittwoch, hieß es „Mund abputzen, weitermachen“. Getreu diesem Motto kamen die Adler Mannheim heute auch aus der Kabine und wurden beim Einlaufen von der ausverkauften Halle so dermaßen bejubelt und motiviert, dass es schon fast ohrenbetäubend war. Doch aus Sicht eines Mannheimer Fans muss es in den Playoffs laut zugehen, was auch über das gesamte Spiel hervorragend umgesetzt wurde.

Während des ersten Drittels fiel die Leistung der Mannheimer extrem auf, denn sie entsprach glücklicherweise so gar nicht der Leistung von Mittwoch. Viel schneller, laufintensiver und geschickter bewegten sich die Kuvencracks auf dem Eis und hielten mit Drew MacIntyre das erste Drittel den Kasten sauber. Positiv aufgefallen ist die Abwesenheit von der Strafbank, die den Blau-Weiß-Roten einen hervorragenden Spielfluss ermöglichte. Wesentlich besser, konstanter und mit mehr Schüssen aufs Tor, bewiesen sie sich als die effizientere Mannschaft. Technisch alles wunderbar, die Netze blieben trotzdem leer – Zwischenstand 0:0.

Zum Mitteldrittel bekam man den Eindruck Mannheim sei im Powerplay, immer einen Schritt voraus. In Unterzahl zeigten sich die Kurpfälzer absolut souverän und machten den Berlinern Feuer unterm Hintern. Das Special Team in Sachen Powerplay zeigte sich auch heute von der besten Seite, aber auch diese Möglichkeit blieb leider ohne Tor. Aus Sicht von Sean Simpson gelang das einfache Spiel, die Scheibe tief bringen und das eigene Spiel aufdrücken. Alle warteten auf das erste Tor in dieser Partie, die Eisbären auf Fehler der Gastgeber, weshalb auch diese 20 Minuten ohne Tor blieben. 42 Sekunden bevor die Sirene ertönte, geriet Chad Kolarik zwischen die Berliner Eisbären, die ihn brutal angingen. Da dieser Situation keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, machte er sich auf der Bank mit einem Stockschlag Luft – Zwischenstand 0:0.

Das Schlussdrittel knüpfte an die 40 Minuten vorher an, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied. Der Befreiungsschlag folgte endlich in der 46. Spielminute, als Luke Adam im Alleingang den Fehler der Berliner Abwehr nutzte und die Scheibe in den oberen rechten Winkel katapultierte. Ganze 4 Minuten später baute Garrett Festerling zum 2:0 aus. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn Julian Talbot legte Drew MacIntyre ein ungewolltes Ei (54.). Von da an ging der Kampf in der Defensive für Mannheim erst richtig los, denn die Overtime sollte unbedingt vermieden werden. In der letzten Spielminute machte Carlo Colaiacovo mit dem Empty Net und zugleich Game Winning Goal den Sack zu –Endstand 3:1.

Luke Adam nach dem Spiel beschrieb sein Tor als sehr wichtig. Er habe den Fehler der Verteidigung genutzt und sich auch bei MacIntyre bedankt, der die Mannschaft immer wieder im Spiel gehalten habe. Mit der Leistung am Mittwoch sei er ebenfalls nicht zufrieden gewesen und jetzt gelte es am Sonntag in Berlin die Serie erfolgreich abzuschließen.

Text J. Bamberger / Bilder D. Glaser // CGRN

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