Große Enttäuschung beim TV Hochdorf: Die Pfalzbiber unterliegen der TSG Haßloch im Pfalzderby denkbar knapp mit 20:21 und bleiben damit am Tabellenende. Beste Werfer der Mannschaft waren Niklas Schwenzer, Vincent Klug und Arne Ruf, die jeweils vier Tore erzielten.

Die Hochdorfer hatten sich diesen Derbyabend ganz anders vorgestellt. Die kämpferische Leistung passte, auch spielerisch waren die weiterhin dezimierten Pfalzbiber, die auf Steffen Bühler, Tim Götz und Torben Waldgenbach verzichten mussten, weitestgehend mit dem Tabellenvierten auf Augenhöhe, sodass TVH-Trainer Stefan Bullacher nach dem Spiel auch feststellte: »Heute hat niemand gesehen, wer auf Platz vier und wer am Tabellenende steht.« Nichtsdestotrotz verpasste es seine Mannschaft wieder einmal, sich in Form von dringend benötigten Punkten zu belohnen — das war der einzige eindeutige, aber letztlich ausschlaggebende Aspekt zugunsten der Gäste.

Diese erwischten vor rund 850 Zuschauern im Hochdorfer Sportzentrum den besseren Start, lagen nach zehn Minuten bereits mit 6:3 in Führung. Nach einer Auszeit kamen die Gastgeber aber zunehmend besser in Schwung. Der wiedergenesene, aber noch nicht topfitte Marvin Gerdon besorgte nach Hochdorfs bester Phase im Spiel nach 18 Minuten den 7:7-Ausgleich. In der Folge schenkten sich beide Teams nichts; keiner schaffte es, sich abzusetzen. Durch die Einwechslung von Vincent Klug gewann das Hochdorfer Angriffsspiel an Durchschlagskraft aus dem Rückraum, dessen beide Tore wurden jedoch von einem Doppelschlag von Haßlochs Bestem, Mittelmann Oliver Zeller, gekontert. Benedikt Bayer besorgte mit einem seiner zwei Treffer den 11:11-Halbzeitstand.

In den Minuten nach der Pause ebneten die Haßlocher den Weg zum Auswärtssieg. Zweimal Kevin Seelos sowie je einmal Dennis Gregori und Florian Kern besorgten die erste Vier-Tore-Führung der Partie für ihre Farben. Die Hochdorfer blieben in dieser Phase, halbzeitübergreifend, fast zehn Minuten lang ohne eigenen Treffer.

Doch die Hochdorfer steckten trotz des miserablen Starts in Durchgang zwei den Kopf nicht in den Sand. Zwar konnte die TSG ihre Führung behaupten, doch der TVH fand wieder besser zu seinem Spiel und zwang die Gegner zu mehr Fehlern. Nikola Sorda erzielte zwölf Minuten vor Schluss das 17:19, Niklas Schwenzer nach zwischenzeitlichem TSG-Treffer das 18:20. Es folgt, sechs Minuten vor Spielende, das letzte Tor der Haßlocher, erzielt durch Florian Kern.

Arne Ruf, der sich seit der ersten Halbzeit nach einem harten Foul, welches nur mit einer Gelben Karte geahndet worden war, angeschlagen über das Feld quälte, und Vincent Klug ließen mit ihren Treffer zum 19:21 bzw. 20:21 noch einmal Hoffnung aufkommen, aber trotz couragierter Leistung standen sich die Pfalzbiber am Ende des Spiels selbst im Weg. Ausgerechnet Klug vergab kurz vor Spielende einen freien Wurf, im letzten Angriff spielte Ruf den Ball aufgrund eines Missverständnisses ins Seitenaus. Die letzten 70 Sekunden, die die Schiedsrichter den Haßlochern für ihren Angriff Zeit gaben, spielten diese routiniert herunter und bejubelten schließlich einen verdienten, aber auf alle Fälle glücklichen Derbysieg.

Die Auswärtsserie der TSG bleibt damit bestehen, ebenso wie der Heimfluch der Hochdorfer, die mit 4:18 Punkten weiterhin auf Platz 16 rangieren. Nächsten Sonntag geht es für die Mannschaft um Vize-Kapitän Daniel Lanninger zum Aufsteiger TSV Neuhausen/Filder. Dieser schlug gestern, zeitgleich zum Pfalzderby, Tabellenführer SV Salamander Kornwestheim in dessen eigener Halle und steht somit vorübergehend auf Platz vier. Hochdorf ist Außenseiter, aber irgendwann muss der Bann ja mal brechen.

Für den TV Hochdorf spielten: Schulte, Bachmann – Schwenzer (4/4), Lenz (2), Ruf (4) – Bayer (2), Lanninger (2) – Sorda (1) – James, Christmann, Novo, Eschbach, Klug (4), Gerdon (1).

Für die TSG Haßloch spielten: Schlingmann, Röpcke – Seelos (5), Zeller (5), Borodovskis (1) – Kern (5), Gregori (3) – Job – Zech, Muhovec (1), Freitag, Zellmer, Hartstern, Götz (1/1).

Spielverlauf: 2:3 (7.), 3:6 (11.), 7:7 (18.), 10:9 (27.), 11:11 (HZ) – 11:15 (37.), 14:16 (44.), 15:19 (47.), 18:20 (51.), 19:21 (56.), 20:21.

Siebenmeter: 4/4 – 1/1

Zeitstrafen: 12 Minuten – 8 Minuten

Rote Karte: Sorda (60., dritte Zeistrafe)

Zuschauer: 750

Text: Tobias Faller
Bild: TV Hochdorf