Der TV Hochdorf hat zurück in die Erfolgsspur gefunden. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge besiegte die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Bullacher den Tabellensechsten HG Oftersheim/Schwetzingen mit 27:24. Bester Torschütze der Pfalzbiber war Tim Götz mit neun Treffern.

Es war keine einfache Situation, in der sich der TVH vor Spielbeginn befand: Unter der Woche musste die Mannschaft die Nachricht von Robin Egelhofs vorzeitigem Saisonaus verkraften, Lennart Schulte (Rückenprobleme) und Christopher Klee (Knie) konnten kurzfristig ebenfalls nicht mitwirken, dazu gingen drei Spieler nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte in die Partie. Bullacher reagiert und nominierte die A-Jugendlichen Sebastian Volk und David Zahradsky sowie Zweitmannschaftsspieler Leon Schmitt für den Kader. Dazu kam auch noch, dass es der Gegner absolut in sich hatte: Die HG Oftersheim/Schwetzingen ist zwar ein Aufsteiger, spielt aber keineswegs wie einer. Nicht nur weil mit Daniel Hideg vergangene Woche einer der überragenden Akteure der 3. Liga Süd auf der Gegenseite sein Comeback feierte, sah der Hochdorfer Trainer seine Mannschaft in der Außenseiterrolle.

Doch in dieser schien sich das Team wohl zu finden. Angeführt von Mittelmann Tim Götz, der wie immer ein sehr hohes Tempo ging und erneut bester Torschütze seiner Farben war, gingen die Pfalzbiber mit 4:2 in Führung. Schwetzingen ließ sich jedoch nicht abschütteln und kam vor allem über Kreisläufer Lino Messerschmidt und die Rückraumschützen um Hideg, Thorsten Micke und Simon Förch zu Torerfolgen.

Von der zweiten bis zur 26. Minute lagen die Pfalzbiber mit einer Ausnahme ständig in Führung, jedoch eben nicht hoch. Der Gast blieb in Schlagdistanz, sodass sich ein munteres Handballspiel entwickelte. Die Hochdorfer schafften es vor allem in der Anfangsphase immer wieder, Kreisläufer Nikola Sorda in Szene zu setzen, der fast immer nur durch ein zu einem Siebenmeter führendem Foul zu stoppen war. Doch in der 26. Minute glich erst Alexander Sauer zum 11:11 aus, ehe Daniel Hideg im darauffolgenden Angriff sein Team in Führung brachte. Nachdem Steffen Bühler drei Minuten von der Pause nochmals ausglich, hatten die Pfalzbiber am Ende von Durchgang eins Pech, als Sorda vom Kreis nur den Pfosten traf und im Gegenzug Justus Mehl mit der Sirene zum 12:13 einnetzte.

Den Start in die zweite Halbzeit verschliefen die Hochdorfer dann total. Lucas Gartner, Niklas Krämer, Micke und Hideg trafen — und Stefan Bullacher blieb gar keine andere Wahl, als die Grüne Karte beim Kampfgericht abzulegen. 12:17 nach 35 Minuten — in Verbindung mit der aktuellen Personalsituation sprach in diesem Moment vieles gegen die Vorderpfälzer.

Doch Bullacher hatte eine taktische Lösung parat und auch seine Schützlinge ließen ihn mit ihrer herausragenden kämpferischen Leistung, die später noch den Ausschlag geben sollte, nicht im Stich. Die Grün-Weißen verteidigten nun offensiver, was den Gegner zu vielen Fehler zwang. Und so wurde aus dem Fünf-Tore-Rückstand innerhalb von nur sechs Minuten ein 18:18-Unentschieden und somit auch eine wieder ausgeglichene Begegnung. In der 47. Minute brachte Daniel Lanninger sein Team erstmals wieder in Führung, und spätestens jetzt hatte die Partie aus Hochdorfer Sicht einen spitzenmäßigen Charakter angenommen.

Es war vor allem die kämpferische Leistung, die Bullacher nach Spielende lobte, doch einen Spieler wollte er besonders hervorheben: seinen Kapitän Steffen Bühler. Der Kreisläufer verbrachte in der Offensive viel Zeit auf der ungewohnten Rückraumposition und erzielte nur einen Feldtreffer, doch in der Defensive war der Routinier der Fels in der Brandung, an dem sich die Angreifer der HGO reihenweise die Zähne ausbissen und an dem einfach kein Vorbeikommen zu sein schien. Und selbst wenn Bühler und seine Nebenmänner mal überwunden waren, stand dahinter mit Ladislav Kovacin immer noch ein überragender Torwart, der in der entscheidenden Phase unüberwindlich schien und somit zum X-Faktor wurde.

Bis in die 55. Minute marschierten beide Teams jedoch weiterhin im Gleichschritt. Aber dann hielt Kovacin mehrmals hintereinander überragend, vorne traf Daniel Lanninger zweimal und entschied damit das Spiel zugunsten seiner Mannschaft. »Es war eigentlich ein Spiel auf Augenhöhe, doch am Ende waren wir die glücklichen Sieger«, bilanzierte Bullacher beim Trainergespräch. »So wie wir im Hinspiel die unglücklichen Verlierer waren, denn wir hätten auch in Schwetzingen gewinnen können, hätten sie auch heute gewinnen können. Am Ende haben es, denke ich, die Torwarte ausgemacht. Im Hinspiel hat uns Daniel Unser den letzten Nerv gezogen, heute war es eben Ladi.« Für seine Mannschaft steht bereits am kommenden Samstag, 19:30 Uhr, das nächste Heimspiel auf dem Programm: Die SG Pforzheim/Eutingen kommt zu Besuch, hat aber sicherlich keine Gastgeschenke dabei. Die Drittliga-Partie erhält ein ganz besonderes Flair, weil sich genau an diesem Tag die Vizemeisterschaft des TV Hochdorf zum 50. Mal jährt. Deshalb ist nicht nur für attraktiven Handball, sondern auch ein entsprechendes Rahmenprogramm gesorgt.

Für den TV Hochdorf spielten: Kovacin, Volk – Claussen (1), Götz (9/2), Bühler (5/4) – Schwenzer (1), Lanninger (6) – Sorda (2) – Bayer (1), Schmitt, Novo, Zahradsky, Klug (2), Klee.

Für die HG Oftersheim/Schwetzingen spielte: Unser, Gabel – Micke (3), Hideg (7), Förch (3) – Sauer (2/2), Rudolf – Messerschmidt (3) – Gartner (3), Krämer (1), Lahme, Häussler, Mehl (2), Körner.

Text: Tobias Faller
Bild: Milo Foto