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Stellungnahme der Capitol Stiftung Sarotti Werbeanlage

Für uns als Hauseigentümer waren die letzten Monate eine intensive Zeit der Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Alltagsdiskriminierung.

Wir möchten uns zunächst bei allen bedanken, die sich konstruktiv in die Diskussion um die Sarotti Werbeanlage eingebracht haben. Insbesondere gilt unser Dank dem Beratergremium, bestehend aus Ruhan Karakul, Mo Asumang, Gerhard Fontagnier und Prof. Dr. Ulrich Nieß, das uns intensiv begleitet hat.

Die Diskussion um die Sarotti Werbefigur ist ein emotionales Thema. Sie hat eines gezeigt: viele Menschen identifizieren die Figur als ein kolonialrassistisches Zeugnis, das nicht mehr in unsere Zeit gehört. Andere haben positive Erinnerungen und verweisen darauf, dass sich die Figur historisch nicht mit Rassismus in Verbindung bringen lässt, zumal  die Familie des Erschaffers der Figur Julius Emil Friedrich Gipkens selbst rassistischer Verfolgung durch das NS Regime ausgesetzt war und in die USA floh.

Diese beiden Positionen sind unvereinbar und in einer Art und Weise aufeinandergetroffen, die uns in ihrer Heftigkeit sehr erschreckt hat.

Für uns als Capitol steht außer Frage, dass sich Alltagsdiskriminierung und Rassismus in unserer Gesellschaft unzweifelhaft finden lässt. Es gibt allerdings kaum eine Möglichkeit, darüber ins Gespräch zu kommen. Mit der Veranstaltungsreihe „Kein Platz für Rassismus“ haben wir einen Ort geschaffen, der dieses Gespräch ermöglicht hat. Mehr als 700 Jugendliche und Erwachsene haben die sechs Veranstaltungen wahrgenommen. Für uns ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass es weiterhin einen Raum für die Auseinandersetzung mit Rassismus geben muss.

Das schaffen wir als Kultureinrichtung aber nicht alleine, dafür wird eine gesamtgesellschaftliche Diskussion benötigt.

Für uns ist aber klar, dass wir diesen Raum weiterhin anbieten wollen, da wir festgestellt haben, dass das Thema für die überwiegende Mehrheit unserer Gäste bisher keine oder nur eine geringe Rolle in ihrem Alltag spielte.

Für unsere Entscheidung, für die wir uns Zeit genommen haben,  haben wir uns aus diesen genannten Gründen nicht die Frage gestellt, wie die Öffentlichkeit oder Betroffene entscheiden würden, sondern wie wir diese Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus sichtbar machen und damit in das Bewusstsein unserer Gäste bringen können.

Aus diesem Grund haben wir uns zu folgender Vorgehensweise entschieden:

  1. Die Sarotti Werbeanlage bleibt in unserem Haus erhalten.
  2. Die Sarotti Figur wird weiterhin gezeigt, ihre Haltung wird aber verändert. Sie soll zum Symbol für unseren Wunsch werden, mit unseren Gästen dauerhaft im Gespräch zu bleiben. Eine Irritation des Betrachters ist hier gewünscht und beabsichtigt, diese soll den Dialog anregen. Wie genau die veränderte Haltung aussehen wird, werden wir in den nächsten Wochen in Zusammenarbeit mit unserem Kreativteam erarbeiten und danach bekannt geben.
  3. Um weitere Gespräche zu befördern, werden wir zu Beginn eines jeden Jahres gemeinsam mit weiteren Akteuren und Initiativen zu den Aktionstagen „Kein Platz für Rassismus“ einladen.

Wir versprechen uns von dieser Vorgehensweise, die eine der Optionen war, die wir im Oktober mit Betroffenen sowie Einrichtungen und Verbänden am runden Tisch diskutiert hatten, im dauerhaften Gespräch mit der Bevölkerung zu bleiben und somit unseren Anteil auf dem Weg zu einer rassismusfreieren Gesellschaft zu leisten.

Diese Vorgehensweise haben wir mit unserem Beratergremium besprochen. Bis auf Frau Karakul haben die Mitglieder dem zugestimmt.

Uns ist durchaus bewusst, dass diese Maßnahmen den Umstand mit sich bringen, die Diskussion um die Sarotti Werbefigur nicht zu beenden. Wir sind aber der festen Überzeugung, dass sie uns helfen wird, dem beschriebenen Ziel näher zu rücken.

Wir haben die Kuratoren der Capitol Stiftung darüber informiert, ebenso die Gesellschafter des Capitol und den Vorstand unseres Freundeskreises. Die Gremien haben dem Vorgehen zugestimmt.

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