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Fury in the Slaughterhouse begeist die Fans auf dem Loreley-Felsen

Nachdem gestern Marius Müller Westernhagen die schönste Bühne der Welt am sagenumwobenen Loreley-Felsen im oberen Mittelrheintal gerockt hat, sind heute Fury in the Slaughterhouse an der Reihe. Und die Hannoveraner haben ein paar illustre Gäste mit an Bord.

Bei schönstem Wetter und einer sich stetig füllenden Venue legen Benjrose um Punkt 18:00 Uhr mit ihrem Set los. Die deutsche Rocker mit internationalem Format gründeten sich um Sänger und Gitarrist Benjamin Rose. Der Kölner ist Sohn des puertoricanisch-indischen Soulsängers Randolf Rose und seiner deutschen Frau und wuchs so nicht nur mehrsprachig auf, sondern sog die Musik praktisch von Kindesbeinen auf ein. Bei BMG unterschreibt er mit seinem Bruder seinen ersten Plattenvertrag im zarten Alter von nur 12 Jahren. Das knapp 40-minütige Set umfasst insgesamt 7 Songs voller Energie und zu jedem Zeitpunkt spürt man die pure Begeisterung des Rasta-tragenden Sängers und seiner Truppe. Er feuert die Menge an, fragt die Fans, ob sie eine tolle Zeit haben und dankt von ganzem Herzen dem großartigen Headliner, ihnen die Möglichkeit zu geben auf so einer tollen Bühne zu stehen und los zu rocken. „Long live Rock ´n´ Roll“ ist sein absolutes Credo. Er nimmt das Leben, wie es kommt und macht einfach das beste raus und das verpackt er in seinen Song „Don´t Miss A Chance Of A Perfect Ride“ mit richtig kräftigen Gitarren und erntet dafür ordentlich Jubel und „hehehe“-Chöre.

Nach dem fetzigen Rock geht es bei Jan Löchel sehr viel nachdenklicher und ruhiger weiter. Wie sagt er so schön:“Zwischen dem Feuer bei Benjrose und dem folgenden Feuerwerk bei Fury in the Slaughterhouse ist er das besinnliche Lagerfeuer“. Jan Löchel schreibt und produziert Musik und hat mit Künstlern wie H-Blockx, Christine Stürmer, Sasha, Henning Wehland und anderen zusammen gearbeitet, einem weltweiten No.1 – Hit seine Stimme geliehen und zunächst als Side-Coach und schließlich als Musik-Direktor bei „The Voice Of Germany“ gearbeitet. Er wurde in Schleswig-Holstein geboren und lebt heute in Münster-Angelmodde und betreibt am Hafen ein Musikstudio. Für eine knappe halbe Stunde hängt er sich heute eine Akustikgitarre um, singt von Liebe oder verpackt seine Gedanken in nachdenklich machende Songs wie „Your Silence“, „Into The Wild“ oder „Killing Me Beautiful“. Der Songwriter kommt auf der mittlerweile zum Bersten gefüllten Location ziemlich gut an. Die letzte Nummer zelebriert er in Begleitung der bezaubernden Violinistin Anne de Wolff.

Fury in the Slaughterhousebestanden zwischen 1987 und 2008 und veröffentlichten in dieser Zeit zahlreiche Longplayer, unter anderem „Mono“ von 1992 mit den Hits „Radio Orchid“ und „Every Generation Got Its Own Disease“. Nach ihrer Abschiedskonzertreihe in 2008 kam die Band nach einem Fußballspiel von Hannover 96 nochmal zusammen und spielte im Stadion ihren Hit „Won´t Forget These Days“.

In 2013 folgte ein weiteres Konzert in Hannover vor 25.000 begeisterten Fans. Am 10., 11. und 12. März 2017 gab es drei weitere Reunion-Gigs in der Tui-Arena in Hannover und als Opener mit „30 (It´s Not Easy)“ einen neuen Song.  Gründungsmitglieder und immer noch dabei sind Sänger Kai Wingenfelder, der Bruder Thorsten Wingenfelder an der Gitarre, Christof Stein-Schneider an der zweiten Gitarre sowie Rainer Schumann am Schlagzeug. Heute tummeln sich mit Anne de Wolff, zuständig für Violine, Cello und Posaune insgesamt 8 Musiker auf der Bühne der Loreley, wo sie nun zum vierten Mal, allerdings das erste Mal als Headliner auftreten. Das erste Mal waren sie bei dem Bizarre-Festival 1988 auf dem Felsen, gaben damals den Opener und spielten die Hälfte der 45 Minuten vor leeren Rängen, ganz im Gegensatz zu heute, denn die ist bei den Niedersachsen proppevoll und bis weiter hinter das FOH sehr gut besetzt. Neben den alten Knallern und Hits wie „Radio Orchid“, „Hang The DJ“, der Mitmachnummer „When I´m Dead And Gone“ begleitet von viel „hohoho“-Chören gibt es mit dem irischen Folkrocker „Words“ auch etwas Neues von der Truppe. Nach dem groovigen „Dancing In The Sunshine“ folgt mit „Enough Is Not Enough“ und „Then She Said“ ein kurzes Akustikset, wo die Akteure nach vorne gehen und Kai glatt in der Menge verschwindet. Riffig und mit kräftigen Gitarren folgt „Riding On A Dead Horse“ und dann „Dead Before I Was Born“. „…when the girls used to kiss his nose…“ ist aus „Trapped Today, Trapped Tomorrow“, gespielt mit feiner Akustikgitarre und das kennt hier jeder.

„Milk And Honey“ schließt sich an, dann folgt „Cry It Out“ und bei „Every Generation Got Its Own Disease“, untermalt mit ganz aktuellen Fernsehbilder, kriegen die AFD, Trump, Putin voll ihr Fett weg. Wenn bei „Time To Wonder“ das volle Rund mitsingt und jubelt ist das schon ziemlich ergreifend und kann nur noch von einem Sternemeer von tausendfach in die Höhe gereckten Handydisplays bei „Down There“ in der Zugabe getoppt werden. Fury in the Slaughterhouse kommen ein drittes Mal auf die Bühne und performen den The Cure -Klassiker „Boys Don´t Cry“ mit Jan Löchel an der Gitarre. Als Kai vor einigen Jahren hier war, fragte ihn ein Mädchen, ob er der Sänger von Fury sei, was er bejahte. Diese erzählte ihm von ihrer Lungentransplantation und das ein Song ihr besonders über diese schwere Zeit hinweg geholfen hat und so endet auch heute mit „Seconds To Fall“ ein toller Konzertabend um etwa 22:15 Uhr.

Text & Fotos © by Kommodore Johnsen für Cityguide Rhein Neckar

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