Vom 3. bis 5. Mai hat Berlin wieder den Out Of Line Weekender im Astra Kulturhaus gefeiert. Dieses Jahr war der Festivaltermin ein bisschen später als sonst. Eine Top-Entscheidung, so konnte durch wärmere Temperaturen neben der Halle ein netter, offener Bereich mit Bar und Sitzmöglichkeiten entstehen.

Den ersten Tag hat die russische Band TOO DEAD TO DIE eröffnet. Vor ein paar Jahren hatte ich die Band schon einmal im Rahmen des OOL gesehen. Zu der Zeit war der Sänger noch allein auf der Bühne. Dieses Mal sah das alles ganz anderes aus, ein zusätzlicher Videohintergrund und die hübsche Keyboarderin haben zusätzliche Atmosphäre und Charme hinzugebracht. Also ein sehr schöner Beginn des Festivals. Danach kamen THE SEXORCIST auf die Bühne. An diesem Projekt mag ich deren Sinn für Humor und den Spaß auf die Bühne. Meine persönlichen Highlights waren „Arschloch Song“ und „Klugscheißerman“. ACCESSORY, noch einer meiner Favoriten des Abends, haben wie immer die Halle in Bewegung gebracht. Da konnte ich meine Lieblingshits wie „Voran“ und „Tanzflächemann“ genießen und mittanzen – wie immer absolut hammermäßig. MASSIVE EGO haben mich wieder mit aufwändigem Make-Up bezaubert. Licht und Sound waren beim Auftritt auch hervorragend. Viele Besucher des ersten Tages haben gerade auf diesem Auftritt gewartet – SOLAR FAKE habe ich das erste Mal mit Schlagzeuger auf der Bühne gesehen, aber ich muss sagen, das hat ihre Liveshow auf ein neues Niveau gehoben. Man könnte sagen, dass dieser Weekender das Festival von Andy LaPlegua war. Als einziger Musiker ist er an allen 3 Tagen mit unterschiedlichen Bands aufgetreten. Am ersten Tag mit ICON OF COIL, deren Show ich echt genossen habe. Den große Abschluss des Tages haben AGONOIZE dem Publikum bereitet. Für mich war das die erste Show bei der nicht nur Chris L. und Oliver auf der Bühne zu sehen waren. Diesmal war Falgalas am zweiten Keyboard und ein geheimnisvoller Schlagzeuger wurde von den Frauen mit ihren Six Packs abgelenkt. Die Show war auch anders aufgebaut, als man es gewöhnt war. Weniger Blut, mehr Show und neue Elementen wie Säge und weitere. Mein absoluter Respekt.

Tag 2 ging mit TELEMARK los, auf die ich mich besonders gefreut habe. Live hatte ich sie schon mal beim NCN erlebt und fand sie echt gut und rockig – auch dies mal keine Ausnahme. Und mit absolut geilem Licht wars einfach ein erstklassiger Auftritt. Danach kamen LIZARD POOL mit ihrer Weltschmerz & Rebellion Musik. Mit UNDERVIEWER kamen sehr bekannte Szene-Gesichter auf die Bühne – Jean-Luc De Meyer und Patrick Codenys mit ihrem Projekt vor FRONT 242. Für Musikfeinschmecker war das ein super Geschenk. Die nächste Band haben viele sehnsüchtig gewartet, nicht nur wegen Andy LaPlegua, sondern auch, weil man PANZER AG extrem selten in Europa live erleben kann. Umso ärgerlicher, dass viele von diesem Auftritt total enttäuscht waren. Es fing mit den Lichtverhältnissen an, also fast kein vorderes Licht, so dass die Besucher Andy kaum sehen könnten. Der Sound überzeugte leider auch nicht wirklich. Dass man Steve Nagavi am Keyboard sehen konnte, rettete die Situation auch nicht. Es hieß, dass PANZER AG in dieser Besetzung bisher noch gar nicht oder kaum gespielt haben. Nach einem Umbau und kleiner Verspätung kamen ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO auf die Bühne. Diesen Auftritt kann ich nur als Wunder bezeichnen: schlicht und sexy – eigentlich wie immer. DIVE hat wieder mal das Publikum mit Strobos verrückt gemacht, aber auch eine super energetische Show abgeliefert. Das Konzertprogramm des Abends haben SUICIDE COMMANDO abgeschlossen. Johan kam in schwarzem Anzug und mit Dreieckskappe auf die Bühne, was vielen Fans schon sehr bekannt war. Die Show war der absolute Hit, mit „Bind Torturen Kill“, „Hell Raiser“ und allem, was richtigen Fans am Herzen liegt. Solche Shows sehe ich immer wieder gerne.

Wegen Interviewterminen und anderem ist leider der größte Teil des dritten Tages an mir vorbeigegangen. Ich habe es erst zum Auftritt von BLOODRED HOURGLASS aus Helsinki aufs Gelände geschafft. Guten Metal bester Qualität haben die Jungs geliefert. Generell ging das Programm des dritten Tages in Richtung Metal, daher es hat auch perfekt gepasst. Als nächsten kamen OST+FRONT rasant auf die Bühne. Eine gute und durchgedachte Show, die echt Spaß gemacht hat, für mich aber insgesamt einen zu starken Anklang an Rammstein hatte. Das Publikum hat aber richtig gefeiert, ist halt Geschmacksache. Das Festival haben dann COMBICHRIST abgeschlossen – der dritte und letzte Auftritt von Andy LaPlegua in diesen 3 Tagen und auch der kraftvollste. Bei „What The Fuck Is Wrong With You“ hat die ganze Halle gebebt. Auf jeden Fall ein schöner Abschluss dieses Festivals.

Die 3 Tage waren wahnsinnig schnell vorbei, mit all der tollen Zeit und spannenden Treffen. Irgendwie liegt es beim Out Of Line Weekender vieles an der Atmosphäre und an der Location selber. Jedes Jahr zweifele ich, ob ich es schaffe, wieder dorthin zu kommen aber immer wieder klappt es. Also wir sehen uns nächstes Jahr…

- Anzeige -