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UFO mit A Conspiracy Of Stars Tour in der Alten Seilerei

Man muss die Sache zwar nicht unbedingt höher hängen, als sie möglicherweise ist, aber sie sollte zumindest nicht unerwähnt bleiben: Eine der britischsten Rockbands der Musikgeschichte hat erstmals seit über 20 Jahren wieder ein Studioalbum in ihrer Heimat England aufgenommen. Das Werk heißt A Conspiracy Of Stars, stammt von der Rocklegende UFO und atmet textlich und stilistisch exakt jene englische Souveränität, für die diese Band seit mehr als 45 Jahren bekannt ist. Ein starkes Stück Musik, das sich über elf neue Songs erstreckt und all das in sich vereint, wofür die Gruppe um Frontmann Phil Mogg steht: kernige Riffs, markante Hooks, abwechslungsreiches Songwriting, intelligente Texte und eine generell abgeklärte Grundhaltung, wie man sie seit je her von UFO kennt. Die Tatsache, dass A Conspiracy Of Stars von Chris Tsangarides (Judas Priest, Thin Lizzy, Gary Moore, u.a.) produziert und gemischt wurde, kann man zudem als weiteres entscheidendes Mosaikteilchen einer in sich stimmigen Veröffentlichung betrachten. Kurz um: Mit der insgesamt 22. Studioscheibe ihrer Karriere zeigen UFO, wie man Vergangenheit und Gegenwart zu einer homogenen Einheit verschmilzt.

Auf A Conspiracy Of Stars stellen UFO erstmals auch ihre aktuelle Besetzung vor: Neben den Originalmitgliedern Phil Mogg (Gesang), Paul Raymond (Keyboards, Gitarre) und Andy Parker (Schlagzeug) sowie dem bereits seit 2004 fest zur Gruppe zählenden Leadgitarristen Vinnie Moore gehört seit 2012 auch der amerikanische Bassist Rob De Luca zur Band. De Luca ist nicht nur ein glänzender Instrumentalist, sondern hat auch als Songschreiber gleich zwei Stücke zum neuen Album beigesteuert. Der Großteil des neuen Materials stammt von Vinnie Moore, zudem gibt es auch einen Song von Paul Raymond sowie eine Kooperation zwischen Raymond und De Luca. Sämtliche Texte wurden wie immer von Frontmann Phil Mogg verfasst.

Apropos: Auch diesmal wieder beweist Mogg seine Fähigkeiten als präziser Beobachter der menschlichen Spezies. Der Brite ist trotz seiner Ausnahmestellung im internationalen Rock´n`Roll-Business ein Mann des Volkes geblieben. Mogg sympathisiert mit der Arbeiterschicht Englands, hier sind seine Wurzeln, zu diesen Menschen fühlt sich der UFO Sänger nach wie vor hingezogen. Man hört diese Herkunft in seinen Songs, seinen Texten, die bei allem Wortwitz und bewusster Doppeldeutigkeit stets seine unbedingte Bodenhaftung aufzeigen. Und dabei so manch wunderbar poetische Formulierung in sich tragen: „The scatter rollers coming down, summers been and turned around, it don`t seem so long ago, that you were my precious cargo”, singt er in ´Precious Cargo`, einer ähnlich feinsinnigen Liebeserklärung wie die in der Nummer ´Killing Kind`, in der Mogg mit den Worten beginnt: „Tell a story about love and what lovers find, a story of possession, the killing kind.” Bei so viel sprachlicher Ästhetik ist es kein Wunder, dass der UFO-Sänger für seine einfühlsame und sorgsam abgestimmte Wortwahl in aller Welt geliebt wird.

Entstanden sind Texte und Musik zu A Conspiracy Of Stars im Sommer 2014. Mitte August traf sich die Band zu den Proben im ´Barn Room Studio` in der Grafschaft Kent. Anschließend wechselten UFO ein paar Meilen weiter östlich in das ´Ecology Rooms Studio` von Chris Tsangarides, um dort mit dem griechisch-britischen Toningenieur von Ende August bis Mitte September die neue Scheibe aufzunehmen. Tsangarides war bereits als 14jähriger Praktikant mit im Studio, als UFO 1970 in England ihr Debütalbum UFO 1 produzierten. Es ist also vollbracht: A Conspiracy Of Stars ist in trockenen Tüchern, die Tour zum Album für Frühjahr 2015 bereits fest gebucht und UFO sind bestens gewappnet, das mittlerweile 22. Kapitel ihrer Laufbahn aufzuschlagen. Respekt!

Support: Rebellious Spirit & Reds Cool

Fotos © by Boris Korpak

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