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Stefan Hertmans „Die Fremde“

Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm

Für die Liebe zum Sohn eines Rabbis setzt eine junge Frau aus reichem christlichem Haus alles aufs Spiel. Sie wählt die Freiheit und wird zur Verfolgten: Als abtrünnige Tochter flieht sie vor dem Vater, als Jüdin vor der Brutalität der Kreuzritter. Hertmans tastet sich als reflektierender, virtuoser und einfühlsamer Erzähler an dieses Leben heran.

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Als der Autor erfährt, dass seine zweite Heimat in der Provence vor tausend Jahren Schauplatz eines Pogroms durch die Kreuzritter war, begibt er sich auf Spurensuche. Unter den Überlebenden soll eine junge Frau christlicher Herkunft gewesen sein. Diese historisch verbürgte Figur lässt ihn nicht mehr los, er tastet sich erzählend an ihr Leben heran. Vigdis nennt er die Frau, die für die Liebe zum Sohn des Rabbi alles verliert und ganz allein nach Jerusalem aufbricht. Mit seiner grandiosen literarischen Rekonstruktion dieser Geschichte von Liebe, Gewalt und religiöser Verfolgung ist Hertmans ein erschreckend gegenwärtiger Roman gelungen.

Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent (Belgien), Dichter, Dramatiker, Romancier, gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. ›Krieg und Terpentin‹ wurde 2014 mit dem AKO Literatuurprijs ausgezeichnet und war auf der Shortlist des Premio Strega International, ›Die Fremde‹ auf der Shortlist des Fémina étranger 2018. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.

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