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Dennis Durant „Leise Kämpfer“

Ich glaube, ich habe meinen Platz gefunden.

Dennis Durant schlüpfte einst in die Rolle des extrovertierten Frank N. Furter in der Rocky Horror Show, mimte den bösen Löwen Scar im Musical „Der König der Löwen“ und zeigte ganz gerne mal seine laute, funkige Seite. Aber genauso gut fand er sich in den eher blauen Stunden zurecht, brillierte in den letzten Jahren vor allem als klassischer Soulsänger. Zu seinem dreißigjährigen Bühnenjubiläum veröffentlicht der zweisprachig aufgewachsene Hamburger Künstler im Winter 2018 mit seinem sechsten Studioalbum „Leise Kämpfer“ nun erstmalig Musik mit eigenen deutschen Texten auf DWEDA Records.

Dazu passt es auch, dass er jetzt sein neues Album „Leise Kämpfer“ genannt hat. Das Lied, das dem Album seinen Namen gab, verdankt Durant seiner Frau, die sich für geflüchtete Kinder einsetzt, und ihn in der Hochzeit der Zuwanderung in die Hamburger Messehallen mitnahm, wo ein großes Spendenlager eingerichtet wurde. Das Engagement dieser Menschen beeindruckte ihn so sehr, dass er allen, die sich weltweit für Menschen in Not einsetzen, ein Lied widmete: „Ihr seid die, die hinsehen, nicht hadern und nicht schnacken.

Das bevorstehende Jubiläum und die damit verbundene Rückschau auf seine Karriere, brachte ihn auf die Idee, es nach fünf englischsprachigen Alben einmal mit der eigenen Muttersprache zu versuchen. „Als ich mich entschied, ein Lied über mein Heimatdorf Ellhofen zu schreiben, war es klar, dass ich auf Deutsch singen würde„, sagt Durant: „Ich merkte, dass ich im Deutschen die Dinge, die mich bewegen, besser auf den Punkt bringen kann. Ich kann hier auf mehreren Ebenen schreiben, was Platz für Humor und Hintersinniges lässt. Aus meiner Sicht hat die eigene Sprache eine größere Tiefe, und ich kann beim Texten und Singen mehr mit den Worten spielen.“ Der Ellhofener Musikverein mit seinem 60 Personen starken Orchester ließ sich dann auch nicht lange bitten, das Lied einzuspielen.

Überhaupt ist das Album hörbar eine Herzenssache geworden. Produzent Tim Spohn, der auch als Arrangeur und Gitarrist agiert, hat Durants Melodien wohltuend reduzierte Arrangements kredenzt, bei denen kein Ton zu viel wirkt, und man sich über die Transparenz der filigranen Akustikgitarren, die auf dem Album dominieren, freuen kann. Durant seinerseits ist stolz, dass er das Hamburger Kaiser Quartettfür sein Album gewinnen könnte, das Stücken wie „Am Meer“ oder „Mein St. Pauli“, mit dem Streicherarrangement von Ingmar Süberkrüb, eine wärmende Atmosphäre verleiht.

Als Durant sich am Ende des Albums dann noch an eine Interpretation eines der ganz großen deutschen Lieder wagt, „Über den Wolken“ von Reinhard Mey, merkt man wie wohl sich der Singer-Soulwriter in seinem neuen Genre fühlt, wie er sich seinen Zuhörern öffnet und sie einlädt, seine emotionale Welt mit ihm zu teilen. „Ich glaube, ich habe meinen Platz gefunden„, freut sich Durant. Kein Zweifel.

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