Cityguide Rhein Neckar
Musik News

SKULL FIST „Way Of The Road“

 Ein starker moralischer Kompass im Kampf gegen noch stärkere Drinks

Wenn SKULL FIST wieder ihre ersten Riffs zücken und ein drittes Studioalbumvoller Authentizität, Ehrlichkeit und zwielichtiger Texte ins Haus steht, fühltes sich an, als würde man in einem Meer verwirrender Schwermetallmoralertrinken. Denn das Quartett aus Toronto/Kanada, befindet sich in einemlebenslangen Kampf zwischen nostalgischem Heavy Metal und einem beharrlichenVerlangen nach Glückseligkeit und persönlichem Frieden. Und jetzt entzündensie es erneut, dieses Feuer, das mit dem Debüt-Album zu lodern begonnen hatteund mit jeder Note des 9-Track-schweren neuen Longplayers „Way Of The Road“ noch

einen Funken weiterspringt.

Mit ihrem Zweitling „Chasing The Dream“ bewies die junge Band 2014 bereits,dass der Albumtitel Programm war und sie sich noch lange nicht von der steilenAufsteigerspur abdrängen ließen, obwohl sich den Kanadiern immer mehr Steine inden Weg schmissen. Nach ständigen Line-Up-Änderungen, einem gebrochenen Genickund dann auch noch der Tatsache, dass Frontmann Zach Slaughter an denStimmbändern operiert werden musste, schien es zeitweise schon, als könnedieFIST nie wieder zuschlagen. Doch Aufgeben war nie eine Option:

„Hinter mir liegen drei volle Jahre Operationen und Spritzen“, erinnert sichZach. „Ich kann im Studio singen, aber ich arbeite immer noch daran, es fürLive-Gigs genau umsetzen zu können. Ich weiß, ich werde das packen, aber es warunfassbar viel Training und Therapie nötig. Das ist aber okay. Ich habe mich indas Loch fallen lassen, also liegt es nun auch an mir, aus dem Ding wiederherauszuklettern!“

Und natürlich saß Zach in diesem Zeitraum alles andere als untätig in derGegend herum, nutzte die Zeit zum intensiven Songwriting und stellte sichmusikalischer, als auch textlicher Herausforderungen.

Gemixt von Eric Ratz erblickt “Way Of The Road” im Oktober das Licht derWelt, und leicht lässt sich der Titel wie eine logische Fortsetzung von „ChasingThe Dream“ interpretieren, der beweist, dass die Band trotz aller Widrigkeitenihren eigenen Weg geht -Zach selbst sieht es als den perfekten Titel, um sowohldas Gefühl der Desillusion alsauch die Hoffnung zu beschreiben, mit dem er sichin den letzten Jahren konfrontiert sah: „Für mich ist es eine Erkenntnis, dass jede Gefühlsnuance ständig in uns vorhanden ist und wir eine Balance zwischen Gefühl und Vernunft schaffen müssen. Ich versuche herauszufinden, was in meinem

Kopf ein wahrer Gedanke oder echtes Gefühl von mir ist und was dort eigentlich nur durch soziale Umstände eingepflanzt wurde. Ich möchte analysieren, wo unsere Fehler liegen, woher sie kommen und wie man sie entweder ändert,oder akzeptiert und seinen Frieden findet.“

Und obwohl auch das neue Album wieder von Sing-Alongs und passionierten Hymnen

nur so strotzt, findet sich doch auch jede Menge Schmerz in ihnen und der Wunsch,ihn durch die Musik einfach auszulöschen:

„Ich denke, dass alle Songs entweder auf etwas basieren, was mir in den letzten Jahren passiert ist, oder direkt von einem bestimmten Ereignis inspiriert wurden. Ich versuche, die mentalen Gewichte, die mich in letzter Zeit auf den Boden gezogen haben, langsam von meinen Schultern fallen zu lassen -und obwohl Musik auch immer Spaß bedeutet, ist sie zu einer Möglichkeit der Therapie geworden. Ich nehme alle Gedanken und Emotionen in mir, schiebe sie in einen Track und versuche somit mit dem Thema abzuschließen. Platz für neuen, schöneren Kram zu machen“,lacht er.

Und für jede Menge schönen Kram im Leben ihrer Fans sorgt auch die Band selbstin kommender Zeit –auf dem Metal Hammer Paradise setzen SKULL FIST ihreLivemaschinerie endlich wieder in Gange und das istnatürlich erst der Anfangeiner langen Reise, die sie sehr bald erneut um die ganze Welt führen wird.Die Faust ist wieder mit voller Kraft geballt –und bereit zuzuschlagen.

ähnliche Beiträge

TRAVELS & TRUNKS „I Get Along“

Ewelina Cender-Korpak

MÜNCHNER RAPPER TILOS IST ZURÜCK

Ewelina Cender-Korpak

Augustin nominiert für Deutschen Filmmusikpreis „Magnet Balls“ in „303“

Ewelina Cender-Korpak

Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus. Akzeptieren mehr Lesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinien