Pogo:Ja Dankeschön. Es ist schön da, ich bin gerne in München!

Ihr habt jetzt gerade die Festivalsaison eröffnet. Was erwartet euch und auf wen freut ihr euch am meisten?

Pogo:Ja, die Festivalsaison haben wir jetzt tatsächlich eröffnet. Es geht jetzt los für uns bis September durchgehend eigentlich jedes Wochenende und es wird sicherlich wie jedes Jahr bombastisch!!! Wenn Turbobier auf der Bühne steht ist es eigentlich immer bombastisch und wir freuen uns sehr drauf. Ich hätte mich auch wirklich heute auf die Toten Hosen gefreut, das ist sehr schade, aber die Gesundheit geht vor. In ein paar Tagen spielen wir bei NOVAROCK, da ist VOLBEAT der Headliner….ich bin jetzt kein riesen großer VOLBEAT-Fan, aber die zünden oft alles an, das gefällt mir und da spielen wir z.B. mit WIZO, auf die freue ich mich sehr. Mit den DONOTS machen wir einen Wandertag. Das ist so entstanden, als die Timetable fürs NOVAROCK erschienen ist standen die DONOTS auf der Red-Stage, wir auf der Blue-Stage und beide ziemlich zeitgleich, total überschneidend. Dann haben wir die DONOTS angeschrieben und haben gesagt: das ist nicht gut für uns alle! Da kam uns die Idee, wenn sie ein wenig früher spielen, dann machen wir einfach einen Wandertag! Ich wandere also vom Eingang quasi mit unseren Fans los und dann wandern wir zu den DONOTS. Und wenn die DONOTS fertig sind, hüpfen sie von der Bühne runter und wandern mit der ganzen Meute zur Blue-Stage. Jetzt sind wir so weit, dass wir riesige Fahnen auch noch zusätzlich haben machen lassen. Bierpartei Fahnen und DONOTS Fahnen, damit man uns unterscheiden kann. Das wird sicherlich super. Und wer schon mal beim NOVAROCK war, das ist ja in der pannonischen Tiefebene, das ist eigentlich perfekt, quasi fast schon ein wenig Wüstenflair…der nächste Berg ist ca. 400 km entfernt… sozusagen das Death-Valley von Österreich.

Wie sieht es denn heute aus? Zusammen mit den DONOTS auf der Bühne, wenn diese am Schluss spielen, oder seid ihr dann schon wieder unterwegs?

Pogo:Nein, nein, ich schaue mir das heute hier alles an, es ist ja Sonntag, Tag des Herrn, ich habe sonst nichts vor. Ich werde mir heute alles geben was Rang und Namen hat und auf dieser Bühne steht. Morgen fahren wir eh heim, wir können also auch noch 3, 4, 14 Bier trinken.

Euer Turbobier ist also quasi euer Energiespender?

Pogo:Ja es ist Lebenselixier, leistungssteigerndes Grundnahrungsmittel und deshalb darf das tägliche Bier auf einem wohl ausgeklügelten Ernährungsplan eigentlich nicht fehlen.

Ihr hattet 80 Konzerte im vergangenen Jahr und jetzt schon wieder 60 Auftritte vor euch, das ist ja ein wahnsinniges Programm. Ihr braucht das Bier quasi zum Akku aufladen wie eine Powerbank…

Pogo:…genau, genau! Quasi die Powerbank! Wenn mein Akku schon im roten Bereich ist dann brauch ich einfach mal ein schnelles Turbobier und dann geht’s eigentlich wieder. Ich nutze die Zauberkraft des Bieres.

Wenn demnächst geht es für euch nach Japan zu 12 Auftritten, ist das Turbobier also auch dabei und gibt es hierfür auch Expansionspläne in Japan?

Pogo:Natürlich! Ich gehe ja noch nicht einmal zum Spar einkaufen ohne mein Bier, dann werde ich doch nicht nach Japan fahren und mich darauf verlassen, dass die dort ein gutes Bier haben. Die haben dort sehr wohl gute Biere und wir fahren wegen der Bierkultur nach Japan und wollen den Japanern mit unserem Bier ein wenig Braukunst aus Österreich vermitteln.

Und wie passt da der Bierismus zum Shintoismus und Buddhismus, gibt’s da Parallelen?

Pogo:(großes Gelächter…) …vielleicht, dass man morgens immer wieder aufsteht. Wir empfinden aber immer noch die Bieristische Glaubensgemeinschaft als einzig wahre Religion. Aber das machen alle anderen Religionen auch, dass sie sagen: „wir sind die einzig wahre Religion“ und so reihen wir uns in die alte Tradition der Religionen ein.

Werdet ihr über eure Emailadresse häufig zum „trinken“ eingeladen?

Pogo:Über pogo@turbobier.atkann man immer schreiben. Wir haben immer ein offenes Ohr für Freunde des kühlen Nasses. Aber ja, wir werden häufig angeschrieben. Da gibt es die wildesten Anfragen, nicht nur sexueller Natur sondern auch „gehen wir auf ein Bier zusammen weg?“. Wenn Fans aus Deutschland in die fantastische Stadt Wien kommen, kann es schon mal passieren, dass man mit uns zusammen in einer Kneipe sitzt.

Seit eurer Platz 1 Platzierung mit der aktuellen Platte, hat sich da viel für euch verändert?

Pogo:Es geht natürlich bergauf aber es liegt auch in der Natur der Sache, dass es auch immer wieder bergab geht – rein körperlich zum Beispiel. Aber natürlich ist eine Nr. 1 in den Charts eine großartige Sache, es ist aber nicht der Hauptbewegungsgrund Musik zu machen. Das ist ein „nice to have“ aber ich finde es viel schöner wenn die Leute dann bei Konzert stehen und die Texte kennen, die man sich vorher überlegt hat und jeder singt mit, das ist eigentlich das schönste! Wir sind eindeutig eine Live-Band, davon lebt das Ganze und ich glaube es wird niemals der Tag kommen wo es mir nicht mehr Spaß macht, live auf einer Bühne zu stehen und zu spielen.

2015 kam eure 1. Platte raus. 2017 die zweite. Ist also für 2019 die dritte Platte geplant? Arbeitet ihr vielleicht schon daran?

Pogo:Also in Arbeit ist bei uns prinzipiell schon mal gar nichts. Das „A“ Wort verwenden wir nicht. Es ist maximal in Aufwand aber tatsächlich ist für 2019 das dritte Album geplant und wird auch so erscheinen was wiederum aber schon wieder eine Bürde ist. Durch das 1. und 2. Album ist die Hitdichte bei Turbobier schon so enorm, dass wir live schon manchmal gar nicht mehr wissen, welche Songs wir auf der Bühne spielen sollen, weil alle so gut sind.

Dann müsstet ihr also notgedrungen euer eigenes Festival veranstalten?

Pogo:Das gab es tatsächlich schon, das Turbo-Fest. Das war unser eigenes ein Tages Festival. Aber viel wichtiger als dieses epochale Ereignis des Turbo-Festes war unser Weltrekord im Massendosenstechen den wir an diesem Tag aufgestellt haben. Hier haben 412 wahnsinnige Menschen mit uns gleichzeitig in eine Dose Bier gestochen. Hilfsmittel war ein Golf-Pin. Und da es so etwas noch nie gab und wir nicht wussten, was passiert haben uns auf ein kleines Podest gestellt und ab dem Moment, in dem alle 412 Menschen zusammen mit uns in die Dosen gestochen haben, war es ein Massaker. Das kann man sich nicht vorstellen! Bier EVERYWHERE!!!! Wie begossene Pudel sind wir da gestanden aber es war trotzdem sehr schön!!!

Gibt es eine Botschaft, die ihr schon immer los werden wolltet, aber noch nie danach gefragt wurdet?

Pogo:Unbedingt! Wir haben nämlich eine ganz, ganz großartige Aktion am Laufen. Das ist gerade heute veröffentlich worden. Es dürfen sich alle Feuerwehren im deutschsprachigen Raum  bewerben um einen Termin auf unserer „Feuerwehr-Festl‘-Tour“ von uns geschenkt zu bekommen. Wir verlosen eine ganze Tour an die Feuerwehren und wir suchen uns dann die schönsten Wehren aus und spielen dort für lau in der Fahrzeughalle, Umkleide oder im Zeughaus. Ein kostenloses Konzert also. Man muss sich also nur melden für einen Termin von 22.-26. August unter feuerwehr@turbobier.at

Fotos © by Mathias Utz / Text © by Gregor Knapp & Mathias Utz