Cityguide Rhein Neckar
Interviews

Cityguide Rhein Neckar im Interview mit der Rock Queen DORO

Seit fast 30 Jahren regiert die Queen of Metal „Doro“ die Metalszene. Sie war mit „Monsters of Rock“ in den 80ern, eine der ersten Frauen die auf dem Festival auftraten, und hat bis heute nicht von ihrer Power verloren. Mehrmalig eröffnete sie bereits das Wacken-Open-Air, tourte inzwischen in allen Ecken der Welt und spielte sogar schon bei einem Film die Hauptrolle. Jetzt hat sie sich für den Cityguide Rhein Neckar Zeit für ein Interview genommen.

Hallo Doro, wir haben das Interview kurzfristig reinbekommen mit dir, ist ja geil, dass das doch noch geklappt hat. Du kennst uns ja noch.

Ja hi. Ihr hattet doch einen Artikel von mir drin. Ich bekomme immer Ende des Jahres ein Mäppchen zugeschickt, da war auch von euch was drin.

Sollen wir direkt anfangen?

Ok alles klar, ich bin bereit. Wir haben ungefähr 25 bis 30 Minuten Zeit, wenn euch das reicht.

Das reicht locker. Es sind ja nur ein paar Fragen und zwar erst mal: Wie geht’s dir?

Ach ja, doch sehr gut, war jetzt ein Abenteuer nach dem anderen. Bin grad gestern Nacht von meiner Promotour aus Paris wiedergekommen. Davor war ich in Italien und Skandinavien. Dann hab ich auch noch den zweiten Teil des Prinz Anuk, der Weg des Kriegers gedreht. Das war super spannend. Ich hab es überlebt. Filme drehen ist immer ein Abenteuer.

Das denk ich mir. Du hast ja das Wacken Open Air in diesem Jahr eröffnet.

Ja richtig, und zwar mit der Wackenhymne mit „We are the Metalhead“, und dann hab ich noch den neuen Song „Rise Your Fist in the Air“ gespielt. Abends performte ich mit Udo Dirkschneider, zu seinem Jubiläum „Dancing with an Angel“. Die Fans hatten sich das so gewünscht. Wacken ist meine Heimat.

Du bist ja nächstes Jahr 30 Jahre im Musikgeschäft und wirst da auch nicht nur die Eröffnung machen.

Ja 30 Jahre Doro. Das wird mein Jubiläumsjahr 2013. In Wacken werd ich ungefähr anderthalb Stunden Spielzeit haben, und da will ich von Licht, Pyro und Überraschungsgästen natürlich alles auffahren was geht. Wacken liegt mir total am Herzen, und es ist eine große Ehre da zu spielen. Beim 25 Jährigen Jubiläum ging die Show schon 3 Stunden 5 Minuten, und es gab immer noch Fans die sagten: „Mein Lieblingssong war aber noch nicht dabei.“ Es ist immer der Wahnsinn. Deshalb machen wir in Düsseldorf nochmal 2 Nächte Ende des Jahres im Dezember um nochmal ins Detail zu gehen.

Erwartet uns nächstes Jahr dann auch ein Jubeliäumsalbum von dir?

Das Jubiläumsalbum ist das im Oktober rauskommt. In manchen Ländern erscheint das aber erst nächstes Jahr zum 30jährigen Jubiläum. Und dann waren wir jetzt auch im Studio. Wir werden da etwas mit dem Film „ANUK, der Weg des Kriegers – Teil 2“ verbinden, der dann Ende 2013 raus kommt. In den Filmsoundtrack kommt dann auch „Free my heart“.

Beim ersten Teil hast du aber auch mitgespielt. Wie kam es da eigentlich dazu?

Der Filmemacher und Musiker Luke Gasser kam zum Konzert und fragte ob ich nicht Lust hätte mit ihm die Filmmusik zu ANUK zu schreiben. Da es schon immer ein Traum von mir war, Filmmusik zu machen, hat er mir das Drehbuch dagelassen. Das Buch zu lesen war so schön. Einmal war es in Schrift und einmal war jede einzelne Szene gemalt. Das war der Wahnsinn. Ich habe Luke dann angerufen, weil so viel Mühe und Details darin steckten. Er sagte mir, er arbeite schon seit 3 Jahren daran. Da wollte ich auf jeden Fall auch Musik dafür machen. Er fragte mich dann, ob ich nicht Lust hätte eine Rolle zu spielen? „Ich hab das noch nie vorher gemacht. Außer bei Musikvideos, die wir ja schon oft gedreht haben.“ Ich durfte mir sogar die Rolle aussuchen, und ich entschied mich für die Rolle der Kämpferin Meha. Jetzt haben wir den zweiten Teil angefangen zu drehen. Das wird auch wieder spannend, und noch viel schöner als der erste Teil. Wir drehten in Irland und in der Schweiz.

In Irland machten wir auf den Klippen eine Helikopteraufnahme. Ich musste ganz nah an den  Klippen stehen, das sieht am geilsten aus. Ich stand da, bei Sturm und wartete stundenlang auf den Helikopter. Irgendwann kniete ich mich hin, weil ich nicht mehr stehen konnte. Als ich aufstehen wollte hatte ich mit dem Wind des Helikopters wahnsinnig zu kämpfen. Filme machen ist immer spannend.

Hat also schon Spaß gemacht?

Ja da bekommt man einen Adrenalinschub wie auf der Bühne. Das motiviert mich dann auch wieder neue Songs zu machen. Musik ist mir sehr wichtig. Aber durch so etwas hat man dann wieder schöne Ideen.

Dir ist Musik auf jeden Fall wichtiger wie Schauspielerei?

Ja, das ist gar keine Frage.

Kann man damit rechnen dich in Zukunft noch in weiteren Filmen zu sehen?

Also ich mag gern Independent Filmemacher, also nicht Hollywood, oder irgendetwas schnulzenmäßiges. Ich mache gerne Austeiler, so wie das auch mit der Musik ist. Ich bin lieber mehr bei den Outlaws als beim Kommerzgelümpel. Beim Anuk Film waren tolle Leute gewesen. Alle waren mit soviel Herzblut dabei und spannend war es. Ich mach nix normales.

Das mit der Spannung ist uns bei deinem aktuellen Album auch aufgefallen, und zwar bei „Rise the fist in the air“. Das Video hast du ja in der New Yorker Bronx gedreht.

Ja und in Harlem.

Das war sicher auch nicht ganz ungefährlich.

Man darf dort ja gar nicht filmen. Das hat mir nur niemand gesagt. Wir suchten uns die coolsten Ecken, in der ganz bösen Neighborhood, und die sind natürlich immer spannend. Wir zogen einfach los und filmten, aber irgendwann bemerkten wir, dass wir nicht alleine sind. Auf einmal kam da so ne Gang, und Gangmembers schrien dann z.B. „Das ist unser Revier! Was macht ihr da?“ Das wurde dann auch richtig gespenstig. „Ey sorry, wir wollten euer Revier nicht verletzen und nur ein cooles Video drehn.“ – „Aha Musik“ Wir machten unsere Boombox an, und dann kamen ganz viele Gangmembers und alle haben mitgemacht.

Unter Brücken, kamen auf einmal Obdachlose. Wir wussten ja nicht, dass die da wohnen. Erst „Das ist unsere Wohnung, und unser Zuhause.“ und dann wollten die auch mit machen. Der eine den ihr da im Video seht, der ist 78 Jahre alt und meinte: „Eigentlich bin ich ja vom Jazz, aber dich finde ich auch ganz gut.“ Der hat dann immer mitgesungen. So haben wir die ganzen Leute, die spontan kamen mit ins Video genommen. Das wurde spannender, je dunkler es wurde. Bei manchen Straßen mussten wir uns auch verziehen. Das ist von Straße zu Straße verschieden. Die eine Straße ist ok und in der nächsten sind die Leute bewaffnet und es herrscht Mord und Totschlag. Ich lieb ja NewYork. Es ist das pure Leben und immer ist etwas los.

Das Album haben wir ja erst vor anderthalb Stunden bekommen, deswegen konnten wir noch nicht soviel reinhören. Was die Titel angeht kommt es mir aber so vor, als ob das Album eine bestimmte Thematik vorgibt, ähnlich wie in einem Buch die einzelnen Kapitel. Ist an meinem Gedankengang etwas dran?

Da ist schon was dran. „Rise your fist in the air“ ist auch der Titel der den roten Faden hält. Er handelt von Rebellion und Gerechtigkeit und bedeutet „den guten Fight fighten“. Der Titel Human Rights habe ich „Terre des Femmes“  gewippmet. einer Menschenrechtsorganistation die sich für junge Mädchen und Frauenrechte einsetzt. In manchen Ländern will man als Frau gar nicht geboren werden. Da werde ich auf jeden Fall meinen Standpunkt vertreten.

Doro, du bist ja mit ganz vielen Leuten unterwegs. Jetzt auf dem aktuellen Album ist z.B. der Song „It still Hurts“ mit Lemmy von Motorhead. Wie kam es dazu?

Wir sind ganz alte Freunde. Ich kenne Lemmy schon seit den frühen 80ern. Wir haben schon zusammen gespielt und getourt. Das allererste mal beim legendären Monsterrockfestival 1986 England. Wir haben Arm in Arm die Headliner, das waren damals Ossy Osbourne und die Scorpions,  geguckt. Die Freundschaft entwickelte sich über die Jahre und 2000 haben wir das erste mal 3 Songs zusammen aufgenommen. Jetzt viele Jahre später auf einmal „It still Hurts“.

Es sind ja inzwischen schon einige Leute gewesen mit denen du zusammen gespielt hast. Judas Pries, Tarja Turunen, UDO, hast du einen Favorit von denen?

Es ist jeder auf seine Art und Weise für mich das allergrößte. es ist immer eine riesen große Ehre mit tollen Leuten zusammen zu touren oder zusammen zu arbeiten. Und das schönste ist, wenn man mit Leuten tourt oder arbeitet dann entwickelt sich meist eine langjährige Freundschaft, die eigentlich auch nie aufhört.

Gibts denn jemanden, mit dem du gerne mal was rausbringen würdest, wo es aber noch nicht dazu gekommen ist.

Einer von den ganz ganz großen, war Ronnie James Dio, dazu sollte es leider nicht kommen.  Ich habe ihm deswegen den Song Hero auf meiner Platte gewidmet. Wir haben uns auch die letzten Jahre voll gut verstanden und sind Freunde geworden, leider ist Ronny 2010 gestorben.

Leider.

Vielleicht im nächsten Leben. Ich glaub da fest dran.

Ich möchte dir ganz lieb für das nette Gespräch danken. Magst du deinen Fans noch etwas mit auf den Weg geben?

Ja! Ich möchte allen Fans danken, für all die schönen Jahre. Ich hoffe, dass es noch ganz lange so weiter geht, und ich hoffe euch gefallen die Songs auf der neuen Platte, und dass sich jeder seinen Lieblingssong raussucht. Und ich hoffe, dass wir uns auf der Tour sehen. Die fängt im November an, und dann werden wir auf jeden Fall alles geben, wie immer, bei 150% fang ich dann an. Mit ganz viel Power und Energie, und ich hoffe das wir uns alle gesund und munter wieder sehen, und Stay Metal.

Danke dir für das Gespräch. Es hat uns gefreut.

Danke schön. Falls ihr Lust habt irgendwie auf die Tour zu kommen, wir kommen ja auch nach Karlsruhe am 07.12.2012 im Substage. Auf ein Kleines Bier oder einen Kaffee.

Kann ruhig ein Bierchen sein. -=>lacht<=-

Dann wünsch ich euch noch ein schönen Tag und sag mal bis im Dezember.

Ja danke dir auch. Tschüss.

Ok Tschüss.

ähnliche Beiträge

Lennart und Djamin von den Leoniden im Interview.

Boris Korpak

Interview Special: Artists and their Tattoos – Stephen Voyce

Boris Korpak

Claus Eisenmann im Interview

Boris Korpak

Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus. Akzeptieren mehr Lesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinien