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Interviews

„Durch Disney habe ich das Träumen gelernt“

2012 gewann sie Deutschlands erste Staffel von „The Voice of Germany“, startete danach eine eindrucksvolle Solokarriere und war im Februar mit ihrem Titel„House On Fire“ im nationalen Vorentscheid des Eurovision Song-Contests von derPartie. Im Dezember veredelt  sie gemeinsam mit Show-Größen wie Annett Louisan, Alexander Klaws oder Sabrina Weckerlin bei „Disney in Concert“ schneebedeckte Wälder und weit entfernteGalaxien mit ihrer Stimme – und macht am 9. Dezember auch in der SAP ArenaStation. Wie Ivy Quainoo mit dieser Herausforderung umgeht, haben wir sie beimMannheimer Pressebrunch von Semmel Concerts gleich selbst gefragt.

Ivy, du hast 2012 in Deutschland ja eine Castingshow gewonnen, die es so in dieser Form vorher noch gar nicht gab. Wieschwer war es, dich nach diesem Erfolg selbst zu behaupten?
Ivy Quainoo: Einfach war es mitSicherheit nicht, aber ich verleugne diese Wurzeln nicht. Ich bin aus dieserShow herausgekommen und zu einem Teil hat sie mir auch möglich gemacht, was ich heute tun darf, aber letztlich gibt es nach der einen immer eine nächsteStaffel – insofern definiere ich mich über dieses Format nicht mehr, und das ist auch wichtig. Denn entweder findest du als Künstler irgendwann deine eigeneIdentität, oder die Show macht es irgendwann für dich – und das hätte ich nie gewollt.

Kommen wir zur Welt der großen Abenteuer, die du ja bald auch selbst verkörpern wirst. Wann hast du denn zum ersten Maleinen Disney-Film gesehen?
Quainoo: So genau kann ich das garnicht mehr sagen, aber es muss sehr, sehr früh gewesen sein (lacht). Schon als ganz kleines Mädchen habe ich mir mit meiner Schwester zum Einschlafen auch immer die Kassetten von „Pocahontas“, „Dornröschen“ und „Cinderella“ angehört –und so durch Disney wirklich das träumen gelernt. Heute schaffe ich es nichtmehr ganz so oft, mir die Filme anzusehen, aber sie haben noch immer einenfesten Platz in meinem Leben.

Gibt es denn eine besondere Figur, mit der du dich besonders gut identifizieren kannst, oder die du vielleicht selbst sogar einmal sein wolltest?
Quainoo: Früher als ich klein war, war es ziemlich lange Arielle und heute sind es denke ich am ehesten Pocahontas und Mulan. Sie zeigen, dass es nicht nur darum geht, nach anderen Dingen imLeben zu suchen, sondern auch sich selbst zu finden und als Frau stark zu sein.

Wie bereitest du dich denn auf so einbesonderes Projekt anders vor, als auf ein normales Konzert?
Quainoo: Musikalisch ist das eine enorme Herausforderung, aber auch unglaublich spannend. Denn natürlich kennt jedes Kind die Melodien, aber es sind insgesamt auch vier Gewerke, die zusammen funktionieren müssen. Auf der einen Seite sind es die Sänger und der Chor, auf der anderen Seite steht ein riesiges Orchester mit Band auf der Bühne, das mitLicht und Choreographie noch ergänzt wird – das ist schon eine gigantischeMaschinerie.

Wie groß bleiben denn bei so aufwändigen  und kleinteiligen Vorbereitungen die Möglichkeiten des eigenen künstlerischenAusdrucks?
Vocal-Coach: Dafür haben wir bewusst sehr viel Platz gelassen. Denn wir haben uns die Sänger ja auch mit einer gewissen Absicht so ausgewählt – weil sie eine bestimmte Haltung vertreten und diese in den einzelnen Songs zum Ausdruck bringen dürfen. Und genau deshalb sind wir so froh, dass wir Ivy mit dabeihaben, weil sie das Ganze mit ihrem überwältigenden Charakter und ihrer tollenAusstrahlung wirklich tragen kann. Das Gerüst steht, aber im Zentrum, da wirdes immer Raum für individuelle Interpretationen geben.

Geht man denn mit den Stoffen anders um, wenn man weiß, dass man plötzlich ein Teil ihrer Bühnen-Wirklichkeit wird?
Quainoo: Also ich finde, dass mich dieser Schritt jetzt eher in den Dingen bestärkt, die ich schon als Kind gesehen habe und jetzt darstellen darf. Das ist ein großes Geschenk.

Bei all den neuen Stoffen, die die Welt seit Jahren konfrontieren: Was denkst du, woran es liegt, dass die Disney-SongsMenschen so zeitlos faszinieren?
Quainoo: Da fällt mir als allererstes das Wort „episch“ ein. Die Melodien allein sind so groß, die Texte ziehen dich noch tiefer ins Geschehen hinein und wenn du es dann so siehst: Das packt dich mit allen Sinnen!

Die Tour hat sich selbst ja den Namen„Wonderful Worlds“ gegeben. Wenn man derzeit nach draußen blickt, sind die Welten ja nicht so wundervoll, die man erblicken kann. Willst du denn auf dieser Tour auch einen Beitrag dazu leisten, dass man die schlechten Dinge man wieder für ein paar Stunden vergessen kann?
Quainoo: Definitiv – und ich könnte mir nicht vorstellen, mit welcher Musik das besser gelingen könnte, als mit dieser.

Interview © by Markus Mertens / Foto © by Franz Schepers

 

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