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Interviews

Interview mit EMIL BULLS

© by Boris Korpak

Interview EMIL BULLS mit Christoph „Christ“ von Freydorfund Stephan Karl „Moik“

„Kill Your Demons“ ist euer 9. Album. Ihr packt ja immer recht viele Songs auf eure Alben und tourt dazu noch viel. Woher kommt die ganze Energie?

Christoph:Es ist von uns allen schon immer der Traum gewesen Musik zu machen und daraus gewinnen wir unsere Energie. Wir sind in der glücklichen Lage das schon lange machen zu können und arbeiten immer wieder daran damit wir auf die Bühne können. Klar nach so vielen Alben fragt man sich auch wo man die Kreativität für das nächste Album hernimmt aber irgendwie hatten wir das Glück dass es bei uns immer wieder geklappt hat. Wenn man dann mit einem neuen Album auf Tour ist kann man sich gar nicht vorstellen wieder von Null anzufangen und sich an ein solches Puzzle zu machen was aus unendlich vielen Teilen besteht. Aber sobald man sich da locker und ohne Stress ran setzt kommt es von ganz alleine. Früher gab es da doch einen gewissen Druck aber mittlerweile haben wir unser Rezept gefunden. Bei „Kill Your Demons“ haben wir uns einfach die Zeit genommen, uns ein Haus im Allgäu gemietet und ohne Druck Ideen gesammelt. Wir haben diesmal einige Deadlines überschritten, aber wir waren einfach noch nicht so weit und es lohnt sich eben wenn man sich die Zeit nimmt bis es uns allen passt.

Wie persönlich ist euer aktuelles Album geworden? Ihr habt hoffentlich nicht mit Dämonen zu kämpfen?

Christoph: Wir haben natürlich alle mit irgendwelchen Dämonen zu kämpfen. Das Album ist nicht wirklich autobiografisch. Der Begriff „Kill Your Demons“ steht eben für alles was dich irgendwie aus der Bahn wirft. Das können Sachen wie Krankheiten, Politik oder Dinge die den Job betreffen sein. Wir haben in den Texten vieles offen gelassen und jeder kann in unseren neuen Songs vieles reininterpretieren und alles auf seine eigenen Probleme ummünzen.

Jetzt gibt es eure Band schon fast 23 Jahre. Die meisten Bands schaffen so etwas nicht, was macht ihr anders damit es bei euch so gut läuft?

Christoph:Wir sind alle schon lange sehr gute Freunde, klar man hasst sich dann mal fünf Minuten, aber fünf Minuten später ist dann auch alles wieder ok. Wir haben alle viele Respekt vor einander und schätzen unsere Freundschaft sehr. Wir hatten auch noch nie wirklich ein größeres Problem und das Miteinander wird glaube ich von Jahr zu Jahr relaxter.

Stephan:Da kommt dann wohl langsam die Altersweisheit dazu. Es ist ja ganz normal das es mal andere Meinungen gibt, aber wir diskutieren das dann aus und damit hat es sich dann immer.

Eure erfolgreiche Headliner Tour geht ja leider langsam zu Ende. Wie war die Tour bis jetzt? Kamen eure neuen Songs gut an?

Christoph:Super! Wie gesagt lassen wir uns Zeit, damit auch überall wo EMIL BULLS drauf steht EMIL BULLS drin ist. Es gibt ja viele Bands da wollen die Fans nur deren alte Songs hören. Aber bei uns sind die neuen Songs gleichwertig mit den alten Hits. Als Band spielt man natürlich gerne das neue Material und wir haben da das Glück, dass unsere Fans gerne die neuen Songs annehmen. Ein großes Dankeschön an unsere Fans!

Stephan:Generell kann man sagen, dass wir, ausgehend von den Zuschauerzahlen, wohl gerade auf unserem aktuellen Karrierehöhepunkt sind. Es wurden stetig mehr Zuschauer, ich bin da etwas der Statistiker und beobachte das ganze seit den letzten 10 Jahren. Das ist einfach schön zu sehen. Nur blöd das es über zwanzig Jahre gedauert hat, aber irgendwie fühlt es sich richtig an.

Christoph: Ich habe es auch lieber lang und stetig als kurz und krass. Dieser lange Weg ist glaube ich gar nicht so unpraktisch. Es ist einfach noch Luft nach oben und wir können noch so viele Leute erreichen. Wenn wir keinen Mist bauen liegt wohl noch eine tolle Zeit vor uns. Wir haben am Anfang erfahren das es schnell hoch aber auch schnell wieder Bergab gehen kann. Es hat danach lange gedauert, aber wir haben unsere Chance genutzt und sind sehr froh darüber wie es sich entwickelt hat.

Habt ihr festgestellt, dass sich eure Fans im Laufe der Zeit verändert haben?

Stephan: Es hat sich in den letzten Jahren schon mehr durchmischt. Früher waren eher die Jüngeren auf unseren Konzerten und heute sehen wir Leute jeden Alters vor unserer Bühne. Gerade durch die Festivals haben wir in letzter Zeit viele unterschiedliche Leute erreicht.

Christoph:Gerade nach Wacken 2017 haben gezielt neue Fans unsere Konzerte aufgesucht. Wir haben vor ein paar Jahren auch auf einer Metall-Cruise gespielt und viele Leute kennengelernt die uns noch gar nicht kannten. Viele von denen haben wir danach auf unseren Konzerten wieder getroffen. Es ist einfach toll wenn man immer wieder Leute für seine Musik begeistern kann.

Spielt ihr lieber Club-Konzerte, bei denen man mitten in den Fans steht, oder sind euch die großen Bühnen lieber?

Stephan:Das hält sich absolut die Waage. Wir lieben es selbst auf Tour zu gehen und im Sommer ist es toll mal nicht der Headliner sein zu müssen. Da kann man dann einfach mal um 18:00 oder 20:00 Uhr Feierabend machen und sich die anderen Bands anschauen. Es ist toll das wir hier unsere Jahreszeiten haben bei denen wir im Winter auf Tour sind und im Sommer auf tollen Festivals sein können. Aber es ist natürlich immer etwas besonderes wenn man dann mit seinem eigenen Album auf Tour gehen kann.

Dieses Jahr steht ihr u.a. bei ROCKAVARIA auf der Bühne und das im Zentrum von München. Freut ihr euch auf euer Heimspiel?

Christoph:Ich bin sehr gespannt, der Königsplatz als Location ist echt super und wir sind sehr gespannt! Toll das wir dieses Jahr eingeladen wurden. Als Münchner Band zwischen den vielen Top Bands einen Platz bekommen zu haben ist schon etwas Besonderes.

Stephan:Es ist zwar dieses Jahr etwas kleiner aber wirklich an einer der Top Locations in München. Ich liebe den Platz und kann da quasi zu Fuß hin gehen.

Gibt es eine Band auf die ihr euch besonders freut und kann man von denen noch etwas lernen?

Christoph:Klar, es gibt da einige Bands wie die Donots und Dog eat Dog, das ist schon fast wie ein Familientreffen. Natürlich schauen wir uns auch Limp Bizkit oder Royal Republic an. Das ganze in der Heimatstadt, mit gutem Bier und hoffentlich tollem Wetter. Klar schaut man da auch gerade bei technischen Sachen wie Licht und Sound bei anderen Bands. Man will da auch immer vorne dabei sein. Bei der letzten Papa Roach Tour haben wir uns zum Beispiel deren Kabukisystem abgeschaut. Das ist die große Leinwand vor der Bühne auf die man Dinge projizieren kann. Die hatten da eine sehr gute und einfache Lösung welche wir uns abgeschaut haben.

Ihr seid in den letzten Jahren immer erfolgreicher geworden. Hat sich damit etwas verändert, musstet ihr Aufgaben abgeben oder zumindest neu verteilen?

Stephan:Im Gegenteil, wir haben mehr Sachen zu uns zurückgeholt. Das bedeutet dann zwar auch mehr Arbeit, aber dafür wissen wir am Ende das alles so klappt wie wir es gerne hätten. Durch die extra Arbeit werden wir auch ein wenig erwachsener, was wir nicht immer sind. Etwas mehr Eigenverantwortung schadet nie.

Habt ihr das erreicht was ihr erreichen wolltet, wollt ihr vielleicht noch bekannter werden?

Christoph:Das ist eine gute Frage. Man will natürlich das so viele Menschen wie möglich die eigene Musik hören denn man steckt da ja sehr viel Arbeit und sein Leben rein. Es ist auch ein Job von dem wir leben wollen und dürfen. Aber es hätte bestimmt keiner etwas dagegen wenn wir größer oder sogar viel, viel größer werden. Es gibt natürlich auch irgendwann einen Punkt an dem es zu viel werden kann. So wie es momentan läuft finden wir es alle toll. Wir sind eine Band die sich gerne unter ihr Publikum mischt und auch gerne mal mit ihren Fans ein Bier trinken geht. Das wissen unsere Fans und behandeln uns deshalb ganz normal und natürlich. Man kennt andererseits ja auch die Geschichten von irgendwelchen Superstars die dann nicht einmal mehr einkaufen können. So etwas brauche ich dann nicht. Wenn man dann mal angesprochen wird, auch in privaten Situationen, schmeichelt es uns schon und das ist bestimmt kein Problem für uns.

Foto © by Boris Korpak / Interview by Mathias Utz

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