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Interviews

„Non Stop Music“ – James Last stellt sich unseren Fragen

Seit wann war es für Sie klar, dass Sie dazu bestimmt sind Musik zu machen?

James Last: Das weiß ich auch nicht. Das hat sich alles selbst aufgebaut, es gibt nichts Konstruiertes an meinem Leben; alles ganz einfach entstanden. Ich habe angefangen Klavier zu lernen und zu üben. Mein Lehrer sagte, aus mir würde nichts werden. Daraufhin habe ich ein halbes Jahr eine Pause eingelegt und bin zu einem Lehrer gegangen, das war ein dufte Kerl. Dann fing es an mir Spaß zu machen. 

Sie sind in einer Großfamilie aufgewachsen. Wie haben Sie es geschafft so herauszustechen und sich der Musik zu widmen?

James Last: Ich war das Nesthäkchen, der allerjüngste. Die anderen sind doch schon gar nicht mehr da. Meine gesamte Familie hat Musik gemacht, deshalb war es quasi wie eine Musikschule zu Hause. Damit wurde ich herangebracht, dann habe ich studiert, kam zur Klassik hin und durch meine Brüder und Freunde kam ich dann dazu eine Art Tanzmusik zu machen. 

Sie haben unglaublich viel erreicht in Ihrem Leben. Wo nehmen Sie Ihre Inspiration her für Ihre Werke?

James Last: Durch die ganze Umwelt. Von anderen Künstlern weniger, eher von dem was sie machen und von dem, was sie schreiben usw. Wie gesagt ich komme aus der Klassik eigentlich, Beethoven, Bach und da kamen die Amerikaner eines Tages zu uns ins Haus und meinten „play music“ und wir haben da im Club gespielt und da kam ich so leicht auf die andere Seite rüber, zur Unterhaltungsmusik oder Tanzmusik.

Auch Kritik gehört zum Leben. Wer ist Ihr größter Kritiker, wenn es um Ihre Arbeit geht? 

James Last: Ich kann von allem lernen. Ich selbst kritisiere nicht. Meine Frau hilft mir bei den Stücken, wir machen alles selbst. Ich schreibe alles selbst! 

Wer ist Ihr wichtigster Bestandteil im Leben?

James Last: Es gibt so viele Bestandteile im Leben. Es gibt so viele Menschen, die sich nicht riechen können. Wenn man zusammen lebt, dann muss man sich auch ergänzen. Alleine ist man nicht! „Lebe gut und teile“

Sie haben zu Ihren Werken noch ein fabelhaftes Orchester. Wie wählen Sie die Musiker dafür aus?

James Last: Die Musiker kommen alle zu mir. Die kommen aus der ganzen Welt, Amerikaner, Australier, aus Neuseeland kommt jemand, aus Schweden, eine ganz bunte Welt. Wir sind eine Art Familie, da geht auch keiner weg und wenn er es tut, dann fragen wir direkt, ob er/sie einen Bekannten hat, der zu uns passt. Es gibt immer irgendwen, der zu uns passt.

Am 22.3. beginnt Ihre „NON STOP MUSIC“ Abschiedstournee. Was ist das für ein Gefühl und was unterscheidet Sie von Ihren anderen Tourneen? 

James Last: Darf ich ganz deutlich sein? Es ist ein Scheissgefühl. Ich gebe dabei nicht wirklich etwas ab, ich kann ja zu Hause weiterhin Musik machen. Aber wer ein Leben lang Musik gemacht hat, wer sich darum gekümmert hat, was heute aktuell ist und was wir gebrauchen können, was wir den Leuten mitteilen können…
Mein Beruf ist für mich so toll! Der liebe Gott hat mir die Gabe gegeben, das was ich fühle und was ich denke, aufschreiben zu können in Musik. Alles was ich spiele, ist absolut mein Gefühl. Auch wenn ich jetzt auf Tournee gehe. Ich spiele keinen Titel, der nicht mein Gefühl und mein Geschmack ist. Sonst würde ich mich selbst betrügen und mein Publikum ebenso. Ich kann mich nur offenbaren.
Die Musiker kennen mein Gefühl und die machen genau dasselbe mit. Das ist eine tolle Gemeinschaft da oben auf der Bühne. Da brauche ich nicht dirigieren, das ist Quatsch, ich hab ja alles aufgeschrieben. Die wissen ja was ich will. Sie bekommen die Musik vorher schon geschickt und üben alle zu Hause und wenn wir dann alle auf Tournee gehen, da passiert auch nichts und wenn, dann wissen alle Bescheid.
Der Unterschied ist, dass es die letzte Tournee sein wird, das ist der Unterschied, man hat sich sonst immer gefreut auf die Nächste. 

Wie bereiten Sie sich darauf vor und wer/was gibt Ihnen dabei besonderen Halt?

James Last: Sport machen wir sowieso. Wir gehen 2 Mal die Woche zu einem Personal Trainer. Wenn noch Zeit bleibt, spielen wir auch noch eine Runde Golf.
Man muss eine gewisse Ordnung haben, man kann nicht alles durcheinander machen. Man muss sich einrichten! Z.B. damit wenn man Sport macht und sich gesund ernährt. Früher habe ich auch gerne etwas getrunken, aber aus Freude am Leben, das war toll. Das geht heute nicht mehr. 

Worauf freuen Sie sich am meisten bei Ihrer Abschiedstournee?

James Last: Ich freue mich ja nicht auf die Abschiedstournee, aber auf die einzelnen Konzerte unabhängig davon in welcher Stadt wir auftreten. 

Aber was man nicht vergessen darf. Die Neuausgabe Ihrer Autobiographie „Non Stop Leben“ erscheint zudem am 9.3. Dafür haben Sie 2 neue Unterkapitel eingefügt.
Worauf dürfen sich die Leser freuen? 


Was ist das besondere an der neuen Ausgabe?
James Last: Das kann ich alles nicht so genau sagen. Es liegt bereits einige Wochen zurück, dass ich die überarbeitete Version abgegeben habe. Seither habe ich nur noch Musik gemacht. Mein Leben war lang und es wird hoffentlich noch viel länger und dann machen wir noch ein Kapitel.
Das Buch hört auf im ersten Teil, was soll da noch kommen, es ist ja schon alles da! Aber natürlich geht es noch weiter. Ich könnte schon wieder ein neues Buch schreiben, weil ich krank war. Ich war vorher nie krank und wenn ich nach der Narkose aufwache, hat man ganz andere Ansichten. Jede Erfahrung die man macht verändert einen auch.
Ich muss auch bald ein Gespräch führen über Gott, Kirche und Musik; mit einer darunter zu verstehenden Vorstellung. Es hat sich alles so verändert.
Früher war ich ein Großschnauz und dachte „Ich gehe auf Tour“, heute sehe ich das anders „Macht euer Leben, ich mache mein Leben und zusammen können wir gut Leben1“

Welchen Moment in Ihrem Leben beschreiben Sie als Ihren persönlichen Höhepunkt, unabhängig von Auszeichnungen. 

James Last: Jeden Tag. Jeder Tag in meinem Leben hat Höhepunkte.

Herzlichen Dank an James Last, dass Er sich Zeit genommen hat sich meinen Fragen zu stellen.

Das Team des Cityguide Rhein Neckar wünscht Ihnen alles Gute, Gesundheit und viel Erfolg bei Ihrer anstehenden Tournee.

Interview by Jaquline Bamberger / Foto: GABO-Agentur

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