Special: Artists and their Tattoos – M’era Luna Tattoo Special 2018

Dieses Jahr haben wir für die Besucher des M’era Luna Festivals eine spezielle Tattoo-Aktion gemacht. Wer wollte, konnte uns Bilder von seinen Tattoos schicken. Die ausgewählten 3 Gewinner bekamen ein kleines Geschenk vom Veranstalter und hatten die Möglichkeit, ein Teil von „Special: Artists and their Tattoos“ zu werden. Die Gewinner konnten die teilnehmenden Künstler für unser Projekt interviewen, außerdem habe bei der Gelegenheit auch ein kleines Fotoshooting gemacht. Die Ergebnisse teile ich heute sehr gerne mit euch, und vielleicht wird jemand der Leser im nächsten Jahr bei unserem Special dabei sein …

Jörn: Wann wurde das erste Tattoo bei Dir gestochen und für welches Motiv hast Du Dich entschieden? Wie lange musstest Du darüber nachdenken?

Ich fing spät damit an. 2003 das VNV Nation Logo. Nach der Trennung meiner 1. Frau wollte ich eine Veränderung in meinem Leben. Das war der Anfang und war schnell umgesetzt.

Wie viele Tattoos hast Du insgesamt? Gibt es davon welche von denen Du eine Geschichte erzählen könntest/möchtest und was sie Dir insbesondere bedeuten?

32 Stück, jede Band die ich habe höre ich gern und kenne die meisten Künstler persönlich. 

Planst Du Dir weitere Tattoos stechen zu lassen?

Da ich noch Platz habe, ist noch kein Ende absehbar .

Wurden alle Tattoos bei demselben Tätowierer gestochen? Wie hast Du den Tätowierer ausgewählt und wer hat die Skizze(n) für Dich gemacht?

Zwei Tattoos wurden von einem anderen Tätowierer gestochen. Meine jetzige Frau wohnte in einer Straße wo ein Tattoo Studio ansässig ist. Und da bin ich dann hin und die Sucht begann. Die Vorlage habe ich jeweils mitgebracht. Und es wurde dann mal hier und dort etwas geändert. Und dem Tattoo still angepasst. Und bis heute gehe ich dort hin. Wenn Werbung erlaubt ist Endlees Pain in der Erichstrasse auf St. Pauli 

Tattoos stechen zu lassen ist schmerzhaft. Wie kannst Du die Schmerzen während der Sitzung aushalten, was lenkt Dich ab?

Das Schmerzempfinden ist bei jedem Menschen anderes, und es kommt auch darauf an wo. Was sehr unangenehm war, mein Brust Tattoo. Und auf Höhe der Pulsadern, auch hier war es nicht wirklich schön. Da ich Yoga mache versuche ich die Schmerzen weg zu Atmen. ( Lach )

Hast Du jemals bereut ein Tattoo stechen zu lassen?

Nein!!! Alle Tattoos sind so wie Sie jetzt vorhanden sind auch gewollt.

Welche Arten von Tattoos sind für Dich tabu, welche würdest Du niemals stechen und Dir auch niemals stechen lassen?

Das ist schnell erzählt. Alles was mit antisemitischen und Rechtsradikalen Bilder und Parolen zu tun haben. 

Es heißt, es macht süchtig, sich tätowieren zu lassen – hat man einmal damit angefangen kann man nicht mehr aufhören. Wie siehst Du das?

ohne frage… Ja 

Im Moment ist es modern sich tätowieren zu lassen, viele Leute denken gar nicht darüber nach, dass sie das Tattoo das ganze Leben tragen müssen. Sie wollen cool sein und mit dem Strom schwimmen. Oftmals kommen sie zum Tätowierer mit der Aussage „zeigen Sie mir, was Sie haben“. Wie denkst Du darüber? Der Tätowierer arbeitet dann nicht mehr als Künstler, sondern wird zum „Massenproduzenten“.

Jeder sollte sich im Klaren sein, dass jedes Tattoo ob nun eins oder 30 Stück an der Zahl sein Erscheinungsbild ändert und es bis zum Ende seines Lebens bei sich, an sich behält. Auch wenn es für einen Laien nicht gleich sichtbar zuerkennen ist, ist es für mich, jedes einzelne Tattoo ein Kunstwerk und wird, wenn es mal fertig ist ein Gesamtkunstwerk sein. 

Früher herrschte die verbreitete Meinung Tattoos seinen asozial – man hatte Schwierigkeiten eine Anstellung zu finden. Hat sich diese Meinung heute geändert oder muss man noch immer mit Vorurteilen rechnen?

Tattoos sind Gott sei dank Salonfähig geworden und prägen den Alltag. Wir leben im 21. Jahrhundert und sind was die Tattoo Mode angeht viel weltoffener geworden. Ich arbeite bei einer großen Versicherung und bin nicht alleine mit Tattoos. Aber auch hier gilt.  Aufm Kopf und im Gesicht ist ein No Go .

Zu guter Letzt… was empfiehlst Du unseren Lesern, die ihr erstes Tattoo planen? Worauf sollten sie achten bzgl. Auswahl des Studios, des Tätowierers, der Stilrichtung… Welche Ratschläge hast Du?

Welchen Rat? Mundpropaganda/ Internet und persönliches Kennenlernen (Tattoo Mappe einsehen) ist die erste Herangehensweise. Sauberkeit und Hygiene spielt eine große Rolle. Und wie arbeitet der Tätowierer. Wenn alles stimmt muss man es einfach wagen.

Rebecca: Wann wurde das erste Tattoo bei Dir gestochen und für welches Motiv hast Du Dich entschieden? Wie lange musstest Du darüber nachdenken?

Mein erstes Tattoo habe ich mit 18 Jahren gestochen bekommen. Es ist ein keltischer Knoten am linken Handgelenk. Ich habe über mein erstes Tattoo knapp 2 Jahre nachgedacht. Ich habe auch viel mit meinen Eltern darüber gesprochen und war dann mit meinem Vater bei einem Tätowierer und habe mich beraten lassen. 

Wie viele Tattoos hast Du insgesamt? Gibt es davon welche von denen Du eine Geschichte erzählen könntest/möchtest und was sie Dir insbesondere bedeuten?

Ich habe 6 kleine Tattoos und 3 großflächige Tattoos. Jedes meiner Tattoos hat eine Bedeutung oder symbolisiert etwas in meinem Leben. Mein Totenkopf an meinem rechten Bein bedeutet für mich die Verbindung aus dem guten und schlechten im Leben. Also mein persönliches Jing und Jang. 

Planst Du Dir weitere Tattoos stechen zu lassen?

Es kommt noch einiges dazu. Ich bekomme dieses Jahr meinen rechten Arm noch tätowiert. Auch mein rechtes Bein soll noch erweitert werden. Mein linker Oberarm soll auch noch etwas verändert werden. 

Wurden alle Tattoos bei demselben Tätowierer gestochen? Wie hast Du den Tätowierer ausgewählt und wer hat die Skizze(n) für Dich gemacht?

Nein ich wurde bisher von 4 verschiedenen Tätowierern tätowiert.

Am Anfang habe ich mir die Tätowierer in der Nähe angesehen und ausgewählt, dann bin ich auf Conventions gegangen und habe mir auch weitere Tätowierer angesehen. Meinen liebsten Tätowierer habe ich durch Zufall von einem anderen Tätowierer empfohlen bekommen, da dieser den Style nicht gern sticht. 

Tattoos stechen zu lassen ist schmerzhaft. Wie kannst Du die Schmerzen während der Sitzung aushalten, was lenkt Dich ab?

Ganz gut, ich versuche mich abzulenken mit Musik, Hörbüchern oder damit mit Freunden zu schreiben. 

Hast Du jemals bereut ein Tattoo stechen zu lassen?

Ich habe noch nie ein Tattoo bereut bin nur etwas enttäuscht wie eines meiner Tattoos am Ende geworden ist. 

Welche Arten von Tattoos sind für Dich tabu, welche würdest Du niemals stechen und Dir auch niemals stechen lassen?

Ich finde Namen und Bilder von geliebten Personen nicht schön an Mir und auch nicht an Anderen, da diese leider oft schlecht gestochen sind, auch lange Texte finde ich nicht gut. 

Es heißt, es macht süchtig, sich tätowieren zu lassen – hat man einmal damit angefangen kann man nicht mehr aufhören. Wie siehst Du das?

Ja es stimmt! Immer wenn man gerade ein Tattoo fertig gestellt hat, überlegt man schon, „was könnte das nächste Tattoo werden?“ 

Im Moment ist es modern sich tätowieren zu lassen, viele Leute denken gar nicht darüber nach, dass sie das Tattoo das ganze Leben tragen müssen. Sie wollen cool sein und mit dem Strom schwimmen. Oftmals kommen sie zum Tätowierer mit der Aussage „zeigen Sie mir, was Sie haben“. Wie denkst Du darüber? Der Tätowierer arbeitet dann nicht mehr als Künstler, sondern wird zum „Massenproduzenten“.

Ich finde es sehr schade, wenn man ein Tattoo nur trägt, weil es „cool“ ist. Ein Tätowierer übt für mich Kunst aus. Tattoos sind die Bilder des Künstlers, die ich mit Stolz auf meiner Haut trage. Menschen die sich einfach etwas Vorgefertigtes stechen lassen sind leider nicht gut beraten. Ein Tattoo soll in meinen Augen etwas bedeuten und individuelle sein, nicht einfach einfach etwas was jeder hat. 

Früher herrschte die verbreitete Meinung Tattoos seinen asozial – man hatte Schwierigkeiten eine Anstellung zu finden. Hat sich diese Meinung heute geändert oder muss man noch immer mit Vorurteilen rechnen?

Tattoos sind in meiner Umwelt mittlerweile sehr „normal“ geworden. Ich selbst arbeite in dem sozialen Bereich und kann meine Tattoos offen zeigen. 

Aber es gibt natürlich immer noch Berufe in denen Tattoos bis heute nicht geduldet oder nur ungern gesehen werden. Wie zum Beispiel bei der Polizei oder Banken. Aber wenn man nicht genau diese Berufe ergreifen möchte sind Tattoos kein Problem. Aber ich denke es dauert noch etwas Bis Tattoos überall akzeptiert werden, genau wie die Vorurteile in einiger Zeit nicht mehr existent sein werden. 

Zu guter Letzt… was empfiehlst Du unseren Lesern, die ihr erstes Tattoo planen? Worauf sollten sie achten bzgl. Auswahl des Studios, des Tätowierers, der Stilrichtung… Welche Ratschläge hast Du?

Mein Rat: Sucht Euch einen guten Tätowierer! Die billigsten Tätowierer zu wählen ist nicht immer das beste. Habt immer genug Wasser und auch etwas zum Naschen dabei. Seit ehrlich zu eurem Tätowierer, denn über seine Grenze zugehen ist nicht sehr förderlich für das Stechen. Aber auch wenn Euch das Motiv nicht gefällt seit ehrlich und sagt das Euch das Tattoo nicht gefällt! 

Kevin-Christoph: Wann wurde das erste Tattoo bei Dir gestochen und für welches Motiv hast Du Dich entschieden? Wie lange musstest Du darüber nachdenken?

Mein erstes Tattoo habe ich im Mai 2013 stechen lassen. Eine Krone auf der Innenseite meines rechten Oberarms. Ich habe es mir eine Weile überlegt, wie lange weiß ich nicht mehr, aber ich habe mich dann entschlossen etwas Persönliches zu machen.

Wie viele Tattoos hast Du insgesamt? Gibt es davon welche von denen Du eine Geschichte erzählen könntest/möchtest und was sie Dir insbesondere bedeuten?

Ich habe mittlerweile 10 Tattoos, die zum Teil eine besondere Bedeutung haben und zum Teil nicht. Zum Beispiel habe ich in erstem Tattoo, der Krone, meine verstorbene Großmutter verewigt und mit einem Engel meine Schwester. Der Songtext auf meiner Seite symbolisiert den Zusammenhalt in meiner Familie und der Tod auf meinem Bein soll darstellen, dass ich mich nicht vor dem Tod fürchte. Die Portraits auf meinem linken Bein und die Tribal auf meinem Arm und den Rippen haben keine tiefere Bedeutung.

Planst Du Dir weitere Tattoos stechen zu lassen?

Ich bin definitiv noch nicht fertig. Es kommt noch einiges dazu, aber bis jetzt habe ich kaum genaue Vorstellungen.

Wurden alle Tattoos bei demselben Tätowierer gestochen? Wie hast Du den Tätowierer ausgewählt und wer hat die Skizze(n) für Dich gemacht?

Ich habe mir alle Tattoos von professionellen Tätowierern/innen machen lassen. Anfangs habe ich mich von anderen beraten lassen, welcher Tätowierer gut ist, bis ich bei meinen jetzigen beiden gelandet bin. Jetzt habe mich mein Stammstudio und das ist auch gut so. Die Skizzen hat immer jemand anderes für mich gemacht, ich bin künstlerisch vollkommen unbegabt.

Tattoos stechen zu lassen ist schmerzhaft. Wie kannst Du die Schmerzen während der Sitzung aushalten, was lenkt Dich ab?

Schmerzen sind relativ. Auf den Rippen war es schwer auszuhalten, aber meist ist es recht entspannend. Meistens unterhalten wir uns eh währenddessen, da vergisst man den Schmerz schnell.

Hast Du jemals bereut ein Tattoo stechen zu lassen?

Nein, bis jetzt noch nicht.

Welche Arten von Tattoos sind für Dich tabu, welche würdest Du niemals stechen und Dir auch niemals stechen lassen?

Ich persönlich mag politisch motivierte Tattoos nicht und würde mir auch keins stechen lassen. Was andere Menschen mit ihrem Körper machen ist mir recht egal, daher macht mir das wenig aus. Aber schlecht gemachte Tattoos tun mir in der Seele weh.

Es heißt, es macht süchtig, sich tätowieren zu lassen – hat man einmal damit angefangen kann man nicht mehr aufhören. Wie siehst Du das?

Das kann ich absolut bestätigen. Nach dem ersten dachte ich, das würde reichen und mehr lasse ich mir nicht stechen. Ein halbes Jahr später folgte Nr. 2.

Im Moment ist es modern sich tätowieren zu lassen, viele Leute denken gar nicht darüber nach, dass sie das Tattoo das ganze Leben tragen müssen. Sie wollen cool sein und mit dem Strom schwimmen. Oftmals kommen sie zum Tätowierer mit der Aussage „zeigen Sie mir, was Sie haben“. Wie denkst Du darüber? Der Tätowierer arbeitet dann nicht mehr als Künstler, sondern wird zum „Massenproduzenten“.

Ich hasse so etwas. Wer sich Tätowierern lässt muss sich darüber bewusst sein, was er da tut und sollte es sich gut überlegen und nicht überstürzt handeln. Die Tätowierer tun mir dabei etwas leid, weil sie am Ende die „armen Schweine“ sind.

Früher herrschte die verbreitete Meinung Tattoos seinen asozial – man hatte Schwierigkeiten eine Anstellung zu finden. Hat sich diese Meinung heute geändert oder muss man noch immer mit Vorurteilen rechnen?

Da hat sich viel verändert. Klar gibt es heute noch Menschen, die einen schief angucken oder einen blöden Witz reißen, aber meist sind die Reaktionen unvoreingenommen und auch durchaus positiv. Tattoos sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und werden nicht mehr nur toleriert, sondern auch akzeptiert.

Zu guter Letzt… was empfiehlst Du unseren Lesern, die ihr erstes Tattoo planen? Worauf sollten sie achten bzgl. Auswahl des Studios, des Tätowierers, der Stilrichtung… Welche Ratschläge hast Du?

Mein Tipp gerade für das erste Tattoo sollte man etwas wählen, mit dem man etwas verbindet. Etwas Persönliches und nicht irgendeinen 08/15 Quatsch. Damit kann man danach anfangen;). Bei der Wahl des Tätowierers ruhig von Leuten beraten lassen, die schon Tattoos haben, die können einem meist jemand gutes empfehlen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Black and grey Tattoos, aber auch farbige gefallen mir sehr gut, dass sollte man einfach nach seinen eigenen Wünschen machen. Aber auch eine kleine Warnung. Denkt drüber nach, ob ihr das wirklich wollt, denn wer einmal anfängt hört selten auf;).

Project by Daria Tessa and Daniela Vorndran, Interview by Daria Tessa

Pictures by Daria Tessa (https://www.facebook.com/tessaswelten)

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