Das Interview, das ich euch heute vorstellen will, war eigentlich nicht geplant…. umso interessanter wurde es. Im Dezember während der Tour von „In Extremo“ hatte ich Möglichkeit mit Specki ein wenig über das Thema Tätowierungen zu reden. Und ich muss gestehen er hat mich auf einige sehr interessante Gedanken gebracht. Aber seht euch das Ergebnis selber an und zieht eure eigenen Schlussfolgerungen.

Die erste Frage ist eigentlich eher allgemein. Ich habe dieses Projekt angefangen, weil Tätowierungen für mich Kunst sind. Was bedeuten die Tätowierungen für dich? Kunst? Eine Möglichkeit Sachen, die Dir wichtig sind, nicht zu vergessen? Oder verbindest du einfach etwas damit?

Ja, du hast schon zwei wichtige Sachen gesagt, Kunst und Erinnerungen. Aber die wichtigste Sache für mich ist eigentlich an dem Tätowieren, dass ich da praktisch eine zeitliche Einstellung festhalten möchte, so wie ich mich eben in dieser Zeit gefühlt habe.
Und wenn ich gesagt habe, jetzt bin ich bereit mir diese Tätowierung stechen zu lassen, um einfach daran festzuhalten, dass ich weiß, wie ich zu dieser Zeit gedacht habe. Wie meine Lebenseinstellung war, wie ich gefühlt habe und was mir auch gefallen hat – denn Tätowieren ist ja ein großer Modeaspekt nach wie vor. Für mich ist es nicht aus modischen Gründen gemacht worden, oder meine Tätowierungen haben keine modischen Gründe, sondern eben in erster Linie um Zeitdokumente zu sein. Wirklich um Dinge festzuhalten. Und außerdem sieht man dann mal wie sich die Mode verändert, weil wahrscheinlich sind meine Tätowierungen in ein paar Jahren out und jeder denkt sich:
Um Gotteswillen Tribal! Um Gotteswillen Arschgeweih und das ist halt irgendwie strange. Die will man nicht mehr unbedingt haben und unbedingt präsentieren. Aber das Schöne an Tätowierungen ist, dass sie etwas fürs ganze Leben sind. Und ja das soll auch so bleiben.

Wann wurde das erste Tattoo bei Dir gestochen und für welches Motiv hast Du Dich entschieden? Wie lange musstest Du darüber nachdenken?

Überlegt habe ich nicht lange, ich habe im Jahr 2004 also ziemlich genau, warte mal das war am 28.12.2004 (also vor 20 Jahren, okay!) überlegt und habe es mir dann am 01.11.2005 stechen lassen. Für die Überlebenden des Tsunamis in Thailand habe ich mir damals mein erstes Tattoo stechen lassen. Ich war da zu der Zeit und es war alles ziemlich strange und ziemlich fürchterlich. Das wollte ich eben festhalten. So gings los und an Weihnachten habe ich meine Eltern besucht zuhause in einer alten Heimat. Ich lebe ja in Berlin, aber komme ursprünglich aus der Nähe von München. Im Januar fliege ich dann wieder nach L.A. – dort treffe ich einige Musiker und so weiter, bisschen Networking machen und dann habe ich aber meinen Haus und Hof und Stammtätowierer getroffen. Der hat gesagt, er ist auf der Tattoo Konvention in L.A., dann meinte ich, „oh ja witzig, da bin ich auch“, dann meinter er „ja komm, machen wir einen Termin!“, weil er noch jemanden an seinem Stand brauchte.

Perfekt!

Also am 27.01. komme ich wieder unter die Nadel und dann gehts mal wieder ein bisschen weiter, wenn man das so sagen will. Obwohl weiter eigentlich das falsche Wort ist, weil ich finde nicht, dass mein Ziel ist, mich irgendwann total zugehackt zu sehen. Für mich ist Tätowieren kein Sport, wo man sagt man muss sich diese Last auferlegen. So dass möglichst viel Körperfläche irgendwann mit Tinte und Tusche bedeckt ist. Aber ich freue mich jetzt mal wieder drauf. Es ist schon wieder ein paar Jahre her, meine letzte Tätowierung. Von dem her mach‘ ich das jetzt mal wieder.

Also man vergisst den Schmerz und freut sich auf den Anfang.

Ja…also es geht, bist du auch stark tätowiert?

Der halbe Rücken, die Oberschenkel, die Wade und am Knöchel. Also schon ein bisschen. Wie viele Tattoos hast Du insgesamt?

Wenn ich das so rechne, sind das eigentlich gar nicht so viele. 1,2,3,4,5 aber der Arm ist halt irgendwie gemacht worden mit dem Rücken verbunden und hier sind es immer verschiedene Stationen gewesen. Mal größer mal kleiner.

Also wenn ich dich jetzt frage, ob du fertig bist, wäre das falsch. Deswegen frage ich dich das nicht.

Ich bin nicht fertig, genau. Aber ich sage jetzt auch nicht „Wo bin ich denn fertig?“. Also mein „fertig“ ist nicht irgendwann, wenn nichts mehr Platz hat. Sondern mein „fertig“ ist einfach, wenn ich für mich entscheide, dass ich jetzt einfach keinen Bock mehr habe. Und das schöne ist ja, dass man einfach ein paar Jahre Pause machen kann. Mein letztes Tattoo war das am rechten Unterarm, das ist jetzt ungefähr zwei, zweieinhalb Jahre her. Seitdem hatte ich auch echt keine Lust gehabt – und auch wenig Zeit, weil ich finde auch wirklich mit meinem Beruf als Schlagzeuger, frisch tätowiert, kannst du deinen Beruf nicht machen. Weil du dich ja bewegen können musst und wenn da dann Schweiß reinläuft und dann kannst du nicht duschen gehen, dann hab ich auch selbst gesagt „Ja komm, dann wartet das scheiß Tattoo halt noch ein bisschen – bis ich mal wieder Zeit habe und bis ich auch mal wieder in die Welt der Schmerzen gehen kann“. Das ist immer so mein Ding wo ich denke, ok eigentlich will ich gar nicht.

Wurden alle Tattoos bei demselben Tätowierer gestochen? Wie hast Du den Tätowierer ausgewählt und wer hat die Skizze(n) für Dich gemacht?

Also meinen Tätowierer hab‘ ich mir bereits im Sandkasten ausgesucht. Weil mein Tätowierer ist mit mir aufgewachsen. Wir waren zusammen in der Schule, wir waren zusammen im Internat, wir sind lang und dick befreundet. Benedikt (Bene) Bader heißt er vom „Studio 22“ im Landsberg am Lech. Ich habe zum Beispiel… Es gab eine Situation in der 6. oder 7. Klasse, da wollte die Lehrerin wissen, was alle werden wollen. Dann haben alle gesagt „ich werde Versicherungsvertreter, ich werde Feuerwehrmann, ich werde irgendwas“. Und dann sagte er damals, er wird Maler und ich sagte, dass ich Schlagzeuger werde. Und daraufhin auf die beiden Aussagen, hat uns die Lehrerin vor der gesamten Klasse als verrückt erklärt und so ungefähr: „Guckt euch die beiden an, aus denen wird nie was werden“. So ungefähr. Nehmt euch kein Beispiel an denen und das lustige ist, dass sein Tattoo-Studio auf die nächsten zwei Jahre ausgebucht ist.

Okay!

Und bei mir läuft es auch nicht so schlecht. Und dann ist genau die Sache nicht eingetreten. Also ich weiß nicht, was die anderen Klassenkameraden von damals machen, aber denen geht es wahrscheinlich nicht so gut wie dir und mir. Von daher kann man nur an die Kreativität der jungen Leute appellieren und sagen „bleibt euch treu und macht das was ihr für richtig haltet und nicht was euer Lehrer für euch bereithält“.

Ja, das stimmt schon. Tattoos stechen zu lassen ist schmerzhaft. Wie kannst Du die Schmerzen während der Sitzung aushalten, was lenkt Dich ab?

Ich glaube ich bin relativ wehleidig. Da ich eben meinen Tätowierer schon so lang und so gut kenne, gibt es auch keine Berührungsängste. Aber ich kann mich auch noch erinnern, es gab eine Stelle und das war auch eine Tattoo-Session im Winter, Dezember oder sowas, die war sehr lang. Und die war hier oben im Nackenbereich wo es ja sowieso relativ schmerzhaft ist. Und dann ist da die Heizung in dem Tattoo-Studio ausgefallen. Und wir hatten da aber noch wirklich zu tun. Ich saß dann da noch drei Stunden mit nacktem Oberkörper. Und es wurde auch noch zu dem Tattoo-Schmerz, einfach auch noch saumäßig kalt. Und dann hab‘ ich ihm auch gesagt: „Wenn du jetzt nicht bald aufhörst, hau‘ ich dir auf die Nase“. Ich war so aggressiv. Ich war so sauer, weil er mir so wehgetan hat und mich gequält hat. Dann war da einfach diese Schmerzensgrenze deutlich schneller erreicht, als wenn man sagt, man fühlt sich wohl und das ist dann auch eine Stelle, wo man ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger Schmerzen hat. Also ich denke ich bin beim Tätowieren relativ wehleidig – es gibt ja Leute die können sich da bis zu zwölf Stunden Sessions am Stück hinsetzen. Ich glaube meine längste Session war irgendwie acht Stunden.

Ja das wollte ich gerade fragen.

Ja ich glaube, es waren acht Stunden oder so – das hat dann auch wirklich gereicht.

Hast Du jemals bereut, ein Tattoo stechen zu lassen?

Nee, kein einziges! Ich find‘ auch, dass man nichts bereuen muss, weil das wirklich eine so einzigartige Entscheidung ist. Und es gibt auch ein paar spontane Tattoos zum Beispiel bei mir, wo ich an einem Tattoo-Studio vorbeikam und dachte: Hey cool, lässt du dir mal wieder was stechen. Bereu‘ ich auch nicht.

Welche Arten von Tattoos sind für Dich tabu, welche würdest Du niemals stechen und Dir auch niemals stechen lassen?

Also alles was in die politisch falsche Richtung geht, ist absolut verboten, aber ansonsten ist alles sehr erlaubt, weil wie gesagt, es ist eine Kunstform. Und in der Kunst ist alles erlaubt und sollte auch alles erlaubt sein und bleiben. Weil sonst ist es ja auch keine Kunst mehr.

Es heißt, es macht süchtig, sich tätowieren zu lassen – hat man einmal damit angefangen kann man nicht mehr aufhören. Wie siehst Du das?

Specki: Nee, nee. Finde ich nicht, dass es unbedingt süchtig macht. Ich glaube, es ist einfach nur der Suchtfaktor, dass die Leute – es gibt ja extrem stark tätowiert Menschen, das ist ja der Wahnsinn. Also bei so einem Festival, wo wir im Sommer unterwegs sind, wenn die dann alle mit kurzen Hosen rumlaufen und T-Shirts an haben, dann siehst du, dass die komplett tätowiert sind – ich denke mir, die Sucht besteht nicht darin, dass man sagt dieser Schmerz oder die Bilder machen es, sondern die Leute schauen irgendwann in den Spiegel und sehen nicht einmal mehr, wie stark sie tätowiert sind. Und dann sagen sie selbst: „Oh ja, mach ich mal weiter“. Dass sie wieder sehen, dass sie neu tätowiert sind. Und das ist, glaube ich, die Sucht. Aber ich glaube nicht, dass es süchtig macht. Die Leute gucken einfach nur nicht mehr richtig hin!

Also ich muss sagen, diesen Gedanken höre ich auf diese Frage zum ersten Mal. Ich habe schon viele Varianten zu dieser Frage gehört, aber eine solche noch nicht. Das ist schon interessant!

Im Moment ist es modern sich tätowieren zu lassen, viele Leute denken gar nicht darüber nach, dass sie das Tattoo das ganze Leben tragen müssen. Sie wollen cool sein und mit dem Strom schwimmen. Oftmals kommen sie zum Tätowierer mit der Aussage „zeigen Sie mir, was Sie haben“. Wie denkst Du darüber? Der Tätowierer arbeitet dann nicht mehr als Künstler sondern wird zum „Massenproduzenten“.

Ich denke das auch. Ich denke das aber nur in erster Linie. Tattoos sind ja schon sehr lang in Mode bzw. man sagt ja auch „Kleider machen Leute.“ Was nicht immer nur mit Mode sondern auch mit Erscheinung zu tun hat. Ich glaube, dass die meisten Leute, die sich tätowieren lassen, einfach nur erscheinen wollen – vielleicht wollen sie sich nicht einfach nur alles Mögliche auf den Körper stechen lassen, was sie an Sachen in ihrem Leben erinnert, oder Dinge, die sie nicht vergessen wollen. Komischerweise stelle ich immer wieder fest, dass Menschen sagen, sie wollen frei sein aber jeder fühlt sich nur wohl, wenn er in seiner Herde oder in seiner Szene ist. Und das finde ich, ist der Fehler am Tätowieren. Dass sich keiner tätowieren lässt, um etwas zu verarbeiten. Oder da wo Tätowierungen eigentlich herkommen. Das ist ja Kultur und es ist nicht ein: Ich will zeigen, dass ich ein Rocker bin, oder dass ich Sinn für Humor habe, oder einen Sinn für Mode habe, da liegt grundsätzlich der Fehler der in die falsche Richtung geht. Tätowierungen sind etwas sehr gutes und sehr wichtiges. Und sollten nicht zum Missbrauch verkommen, dass man sagt: „Deswegen gehöre ich dazu!“.

Früher herrschte die verbreitete Meinung Tattoos seinen asozial – man hatte Schwierigkeiten eine Anstellung zu finden. Hat sich diese Meinung heute geändert oder muss man noch immer mit Vorurteilen rechnen?

Ich glaube, es gibt inzwischen wieder eine Rückentwicklung. Ich kenne so viele Leute, die sind Bänker und die sind alle tätowiert und zwar durch die Bank. Und zwar richtig tätowiert. Weil ich nämlich genau das, was ich in der vorherigen Frage sagen wollte, dass die in eine andere Schicht gehören wollen, weil sie sich nicht nur über ihre Arbeit identifizieren möchten. Sie wissen, dass sie nicht tätowiert sein dürfen, am Hals oder den Händen aber hier wo der Anzug anfängt, sind sie bis hier oben zugehackt. Da ist der Fehler, weil es ist völlig in Ordnung. Jeder kann sich tätowieren wie er will, nur das ist eine Art Protestreaktion von einem Bänker, sich dementsprechend tätowieren zu lassen. Das ist Protest, das hat nichts mit „ich muss hier was verarbeiten“ zu tun, denn er weiß, die Sparkasse möchte nicht, dass er tätowiert ist. Also was macht er? Er lässt sich so stark vollhacken wie es nur irgendwie geht. Er ist trotzdem mein Freund, obwohl ich ihm sage: „Alter, was soll der Scheiß?“. Das ist eine reine Trotzreaktion, die ist nur dumm. Jetzt hast du den ganzen Scheiß ein ganzes Leben lang draufstehen – ja gut, ist in Ordnung.

Ich sage auch wieder: „Kleider machen Leute.“ Das klingt ein wenig konservativ, aber eigentlich ist das gut. Weißt du, jeder sollte sich frei entfalten dürfen. Und jeder kann irgendwie alles machen. Nur wenn es inzwischen für einen Fernsehkoch ein Einstiegskriterium ist, dass er tätowiert ist, dass er eine Fernsehshow bekommt, dann läuft da auch etwas falsch, weil das genau ist der Umkehrschluss.

Gordon Ramsay ist nicht tätowiert.

Okay, der ist aber auch viel zu gut. Das ist nicht der Fernsehkoch der hier so ein besseres Spiegelei macht. Gordon Ramsay ist ein großer Künstler. Der braucht sich nicht tätowieren lassen, der kocht in Las Vegas. Ich war erst bei ihm, das ist eine andere Hausnummer.

Einer seiner Kollegen, die bei Masterchef dabei waren, ist tätowiert. Bei ihm sind die Arme tätowiert.

Specki: Was ich nicht verstanden habe, war dieser Tattoo-Hype im Fernsehen hier mit Randy Engelhard und so weiter. Das hat mich ziemlich geschockt irgendwie, dass es so weit ist, dass es so einen Ausverkauf jetzt schon in Tätowierstuben Einzug hält. So schnell wie Tattoos in der Mode gekommen sind, gehen sie auch wieder. Aber irgendwann kommt nämlich der große Knall: „Um Gotteswillen wie beschissen sehen eigentlich meine Tattoos aus?“. Dann werden sich ganz viele Leute in den Arsch beißen. Weil die haben Tattoos aus Modegründen und nicht, weil sie auch etwas damit aufarbeiten wollen oder weil das ein Zeitdokument ihres Leben ist.

Zu guter Letzt… was empfiehlst Du unseren Lesern, die ihr erstes Tattoo planen? Worauf sollten sie achten bzgl. Auswahl des Studios, des Tätowierers, der Stilrichtung… Welche Ratschläge hast Du?

Specki: Langsam anfangen. Also ich kenne das auch aus dem Tattoo-Studio. Da kommen dann 18-jährige Kids, die sind noch relativ grün hinter den Ohren. Haben gerade eine bestimmt Phase, eine bestimmte Zeit, eine bestimmte Mode, eine bestimmte „was weiß ich“ und hauruck-mäßig kommen sie mit einer Vorlage, wo sie sagen: „So jetzt mach‘ ich mir mal die Arme zu und dann noch den halben Rücken“ und so ein Projekt kostet dann 4000 Euro und dauert zwanzig Sessions oder so. Muss ich sagen, dass sollte man als Tattoo Anfänger nie machen diese Hausnummern. Viele sagen dann aber auch: „Hey ich will aber nicht, dass das so zusammengestückelt aussieht“. Ich finde es eigentlich ganz gut, wenn man jemanden so sieht, wie er mit seinen Tätowierungen angefangen hat zu leben. Wenn das Gesamtkunstwerk vielleicht so ein bisschen wächst – auch wenn das Gesamtkunstwerk in sich nicht mehr stimmig ist. Aber mir gefällt es auch, wenn ich so einen 20-jährigen sehe und sagen kann: „Alter was ist denn mit dir los? Erstmal musst du dafür vielleicht drei Jahre gespart haben und zweitens ist das vielleicht ein bisschen zu viel. So viel Lebenserfahrung hast du gar nicht, dass du so tätowiert sein kannst“.

Das stimmt schon.

Aber das ist meine Einstellung. Aber generell natürlich darf jeder machen, was er will. Aber ich glaube auch, dass es viele Leute gibt, die das bereuen und sich die ersten Tattoos schon dermaßen krass gegeben haben. Und das natürlich auch unterschätzen – die „Strapazen“ und „Schmerzen“.

Also Leute die Angst vor Schmerzen haben, kann man einfach aufhalten.

Ja. aber kennst du jemanden, der so ein großes Projekt vorhatte und dann einen Rückzieher gemacht hat? Da ist man dann schon zu eitel. Weil man sagt „nee das war einfach zu schmerzhaft. Ich habe es nicht ausgehalten“. Und dann rennt der seit zehn Jahren mit Outlines rum und sagt: „Nee ich trau mich einfach nicht mehr hinzugehen, der hat mir so wehgetan der Typ. Ich hab‘ hier oben im Tattoo ein bisschen was ausgefüllt und der Rest ist auch noch nicht fertig.“. Die Eitelkeit besitzt dann schon fast jeder und sagt:  „Jetzt ziehe ich es auch durch“.

Das ist dann natürlich wirklich schade, wenn du schon das Geld bezahlt hast.

Wenn du für sowas dann auch noch bezahlen musst, dann ist ja klar. Dann nehme ich den Schmerz natürlich in Kauf. Aber das ist aber die falsche Einstellung. Man sollte deswegen immer langsam anfangen und sich fragen: Hey ist das denn überhaupt was für mich? Und will Ich da weitermachen? Komisch, ich bin 38 und rede wie mein eigener Papi.

Project by Daria Tessa and Daniela Vorndran, Interview by Daria Tessa

Pictures by Daria Tessa (https://www.facebook.com/tessaswelten)

 

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