Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival

Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival Vom 20. – 22. April 2018 auf dem Hockenheimring.

Nun ist es schon 50 Jahre her, als Formel 1 Weltmeister Jim Clark im April 1968 auf der Hockenheimer Waldgeraden ums Leben kam. Eine Ikone seiner Zeit. Vergleichbar mit heutigen Stars wie Hamilton oder Vettel. Zu Ehren des schottischen Mega-Talents veranstaltet der Hockenheimring schon seit vielen Jahren das wohl beste Historic Event seiner Art.

Unglaubliche Vielfalt

Mit sommerlichen Temperaturen und Sonnenbrandgarantie feierten rund 25.000 Besucher und ca. 500 Teilnehmer ein berauschendes Motorsportfest. Fahrzeuge aus allen Klassen und Epochen traten gegen einander an. Formelfahrzeuge, Tourenwagen, Sportwagen. Hier ist alles vertreten. Für die Zuschauer mag der sportlichen Wettbewerb zweitrangig sein, denn die Fahrer kennt man im Normalfall nicht. Dennoch wird hart gekämpft. Es gibt genauso Wettkämpfe und Meisterschaften wie in anderen Serien. Viel Interessanter jedoch sind die Fahrzeuge selbst. Bei keiner Veranstaltung gibt es solch eine Vielfalt.

Premiere: Erstmals alte und neue Formel 1 Fahrzeuge bei einem Grand Prix

Eines der Highlights ist sicherlich die BOSS GP Serie. Big Open Single Seater. Ehemalige Formel 1 Fahrzeuge, GP2 und andere Klassen treffen hier aufeinander. Wer glaubt, die fahren Spazieren, der irrt. Die sind richtig schnell. Vor allem der Sound der Saugmotoren ist phänomenal. Sorry, aber da kann die heutige Generation nicht mithalten. Für alle die in diesem Jahr auf das Formel 1 Rennen auf dem Hockenheimring gehen (20.-22. Juli 2018) sei gesagt, freut euch. Denn heuer wird erstmals die BOSS GP Serie im Rahmenprogramm des GP von Deutschland fahren.

Brutale PS Monster

Apropos Sound. Fast noch beeindruckender sind die CanAm Fahrzeuge aus den frühen 70er Jahren. Offenen Sportwagen mit gewaltigen V8 oder V12 Motoren. Deren Klang ist wahrlich furchteinflößend. Einige Zuschauer gingen beim Starten der Motoren vorsichtshalber in Deckung. Selbst außerhalb des Autos spürt man die Vibrationen. Nackenhaare stillgestanden! Der Lola T310 von Laufsieger Georg Hallau mobilisiert 826 PS bei wahrscheinlich ähnlich vielen Kilogramm. Übrigens einer von zwei Lola T310 weltweit. Der andere fährt in den USA um die Wette. Faszinierende Fahrzeuge.

DTM Fans kommen auf Ihre Kosten

Auch in den anderen Kategorien finden Fans ihre Lieblinge vergangener Tage. Die alten DTM Autos wie der Audi V8 quattro oder sämtliche BMW Jahrgänge bis zum M1. Alfa 155 V6, 190er Evo. Ford Zakspeed Turbo Capri und viele mehr. Hier alle aufzuzählen würde zu lange dauern. Doch nicht nur Rennwagen gab es zu bestaunen. Markenclubs von Porsche, Maserati und natürlich Lotus präsentierten Ihre Schätzchen.

Eindrucksvolle Ausstellung

Mit viel Liebe wurde von einem Schweitzer Ehepaar die Jim Clark Ausstellung organisiert und Relikte vergangener Tage zusammengetragen. Wie damals der Unfall passierte zeigte ein emotionaler Kurzfilm im „Mini-Kino“. Wer sich ein wenig in die damalige Zeit hineinversetzen konnte, hat die Ausstellung recht andächtig verlassen. Schön gemacht.

Faires Angebot

Doch Worte können dieses großartige Event nur unzureichend beschreiben. Man muss es erlebt haben. Aber das ist kein Problem. Nächstes Jahr im April geht es wieder los auf dem Hockenheimring. Und mit rund 30 Euro für die Tageskarte ist das wirklich ein sehr faires Angebot. Freitags sogar nur 10 Euro. Freie Platz- und Tribünenwahl und natürlich das offenen Fahrerlager machen das Ganze noch Attraktiver. Und nicht wie bei den meisten anderen Veranstaltungen, ist Kuscheln erlaubt. Heißt, dass man ganz nah an Fahrer und Autos heran kommt. Und auch mal mit den Leuten fachsimpeln kann.

Stars zum Anfassen

Stars wie Michael Bartels, Ellen Lohr, Jochen Mass oder Marco Werner trifft man fast an jeder Ecke. GT1 Weltmeister und Ex Formel 1 Fahrer Michael Bartels lässt sogar schon mal jemand in seinen Maserati MC12 GT1 Rennwagen einsteigen. Und Le Mans Sieger Marco Werner fährt selber mit einem Lotus Rennwagen aus den 60er Jahren um die Wette. Eigentlich reicht ein Tag nicht aus um alles zu sehen. Verzeihen Sie mir wenn ich das einen oder andere nicht erwähnt habe. Also gleich den Termin für nächstes Jahr vormerken und selbst eine Gänsehaut bekommen.

Text: Dirk Schmied

Bilder: Dirk Schmied, Gernot Humm