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Rhein Neckar Löwen

Löwen zeigen Charakter gegen Stuttgart

Nach bitterem Pokal-Aus schlagen die Rhein-Neckar Löwen im Derby den TVB Stuttgart mit 34:29 (17:14)


Jannik Kohlbacher machte ein Riesenspiel.
Erfolgreicher Jahresabschluss vor den eigenen Fans: Das letzte Heimspiel in 2018 haben die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend 34:29 (17:14) gewonnen. Gegner TVB Stuttgart schlug sich lange sehr, sehr gut und bescherte den 8414 Zuschauern in der SAP Arena ein attraktives badisch-schwäbisches Derby, in dem es körperlich ordentlich zur Sache ging. Bei den Löwen überzeugte wie schon zuletzt im Pokal vor allem die häufig in dieser Saison stotternde Offensive. In der Abwehr dauerte es, bis die Zündung erfolgte. Jannik Kohlbacher war nicht nur wegen seiner sieben Treffer bester Löwe. Er arbeitete wie ein Tier am Kreis – und das äußerst ertragreich. Bei den Stuttgartern war ebenfalls der Kreisläufer bester Werfer. Manuel Späth traf neunmal.

Jürgen Schweikardt, Coach der Stuttgarter, gratulierte zum verdienten Sieg, lobte aber auch seine Mannschaft – mit einer Einschränkung: „In den entscheidenden Phasen waren wir zu zaghaft.“ Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen sagte: „Die Jungs haben Willen und Charakter demonstriert, trotz der Enttäuschung vom Pokal-Aus. Besonders im Angriff haben wir es von der ersten Minute an sehr gut gemacht, eigentlich immer eine gute Chance herausgespielt. Wir haben viel verworfen, aber Ruhe bewahrt. Am Ende haben wir das Spiel in den Griff bekommen. Hut ab vor der Leistung meiner Jungs.“

Keeper laufen heiß


Andreas Palicka spielte eine tolle erste Hälfte.
Auf der Platte stehen zunächst die Torhüter im Mittelpunkt. Stuttgarts Jogi Bitter hält gegen Alex Petersson, auf der Gegenseite ist Löwe Palicka gegen Dominik Weiß zur Stelle. Weil Bitter zwei weitere Paraden gegen Mads Mensah nachlegt, trifft Manuel Späth zum ersten Tor des Abends. Nach über drei Minuten. Dann wird es Petersson zu bunt, per Schlagwurf macht er den ersten Löwentreffer. Die Partie bleibt zunächst zäh. In der 7. Minute trifft Robert Markotic zum 1:3, das Jannik Kohlbacher und Andy Schmid zwei Minuten später ausgeglichen haben. Die Pracht-Achse der Löwen ist wie schon am Dienstag in Berlin sehr präsent. Allerdings läuft ein anderer Löwe so richtig heiß in Durchgang eins.

Alex Petersson lässt Gegenspieler Max Häfner reihenweise stehen, trifft zum 4:4 (11.), zum 7:6 (16.) und beim 9:8 (17.) bereits zum vierten Mal. Zu diesem Zeitpunkt haben die Löwen auch aufgehört, Bitter im TVB-Tor starkzumachen. Die Abschlüsse sind jetzt präziser. Ein Punkt, der die Gelben ins Spiel bringt. Der andere betrifft den Angriff der Blauen: Was zunächst lange und bis zum richtigen Moment ausgespielt ist, wird Mitte der ersten Halbzeit zum Verhängnis. Stuttgart übertreibt es mit der Länge der Angriffe, muss sich unter angezeigtem Zeitspiel in Notwürfe flüchten, verliert so die Bälle und bringt die Löwen ins Tempospiel. So läuft Andreas Palicka im Tor immer heißer, die Gegenstöße bringen schnelle und einfache Treffer. Den schönsten darunter ist eine Koproduktion des Trios Palicka/Groetzki/Sigurdsson. Palle hält, Groetzki nimmt den Risikopass auf Sigurdsson, der nimmt den Ball aus der Luft beim Springen in den Kreis und trifft zum 11:9 (20.). Weil Palicka die Paraden sechs bis acht nachlegt, Stuttgart der Faden im Angriffsspiel komplett reißt, können sich die Badener bis zum Pausenpfiff auf 17:14 absetzen.

Ball läuft super durch die Löwen-Reihen


Alex Petersson verletzte sich an der Wurfhand.
Nach der Pause versucht es TVB-Coach Schweikardt mit einem neuen Impuls im Tor, bringt Jonas Maier für Jogi Bitter. Allerdings setzt Löwen-Torwart Palicka das erste Zeichen zwischen den Pfosten in Durchgang zwei. Auf der Gegenseite netzt der erneut bärenstarke Kohlbacher zum 18:15 ein (32.). Der Ball läuft schon wie im Pokal mördermäßig durch die Reihen der Gelben, am Ende einer herrlichen Stafette wuchtet Andy Schmid zum 20:16 ein (34.). Mit der nächsten Parade gegen Späth kommt Löwen-Goalie Palicka auf starke 39 Prozent gehaltener Würfe. Sigurdsson mit dem Gegenstoß veredelt die Glanztat mit dem 21:16 (35.). Eigentlich sollten die Löwen durch diese starken Szenen Sicherheit gewinnen. Doch wie zuletzt immer wieder bringen sie sich in erster Linie selbst aus der Spur.

Jonas Maier hält gegen Sigurdsson, Kohlbacher kassiert zwei Minuten. Zu allem Überfluss verletzt sich Petersson an einem Finger der linken Wurfhand, muss vom Feld. Beim Stand von 23:20 zieht Löwen-Trainer Jacobsen die Auszeit, beruhigt die Gemüter. Mensah mit Zauberanspiel auf Kohlbacher (24:20) und der für Petersson gekommene Vladan Lipovina bauen die knapp gewordene Führung wieder auf vier Tore aus (25:21, 44.). Häfner und Späth kontern das für den TVB, wieder der überragende Späth stellt wenig später den Anschluss her (26:25, 48.). Die Löwen wanken einmal mehr – aber sie fallen nicht. Kohlbacher mit dem 27:25, ein Block gegen Weiß und der Gegenstoßtreffer durch Sigurdsson bringen wieder Ruhe (28:25, 50.). Jetzt bleiben die Löwen konzentriert, in der 53. Minute fällt die Entscheidung. Sigurdsson mit dem 30:26 sowie Mensah mit einem Steal und dem 31:26 sorgen für prächtige Stimmung in der SAP Arena.

Manuel Späth war Stuttgarts Bester.Die Löwen-Fans feiern das Spiel nach Hause, am Ende steht es 34:29. Auch, weil Mikael Appelgren nach seiner späten Hereinnahme (39.) noch fünf wichtige Paraden setzt und die Unterstützung von den Rängen wie immer die Spieler nach vorne peitscht. Ein stimmungsvoller Abschluss des Jahres 2018 in der Löwen-Höhle mit zwei wichtigen Punkten für die Meisterschaft.

Text Rhein-Neckar Löwen // Bilder D.Glaser CGRN

Rhein-Neckar Löwen – TVB Stuttgart 34:29 (17:14)

Löwen: Palicka, Appelgren – Schmid (4), Lipovina (3), Sigurdsson (6/1), Radivojevic, Tollbring, Abutovic, Mensah (1), Fäth, Groetzki (3), Taleski (1), Guardiola (1), Petersson (5), Nielsen (3), Kohlbacher (7)

Stuttgart: Bitter, Maier – Häfner (3), Weiß (6), Schagen (3/3), Schweikardt (2), Späth (9), Markotic (1), Baumgarten, Röthlisberger (1), Oehler (1), Pfattheicher, Schmidt (3)

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Jürgen Schweikardt

Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff (Kaarst)

Zuschauer: 8414

Strafminuten: Nielsen (2), Kohlbacher (2) – Röthlisberger (2), Späth (2), Oehler (2), Schmidt (4)

Siebenmeter: 1/1 – 3/3

Spielfilm: 0:1, 1:1, 1:3, 3:3, 3:4, 6:5, 8:7, 9:8, 11:9, 12:10, 13:11, 14:13, 17:13, 17:14 (HZ), 18:16, 20:16, 21:18, 23:20, 24:21, 25:22, 26:25, 28:25, 29:26, 31:26, 33:27, 34:29 (EN)

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